Innovation auf dem Gebiet der restgehörerhaltenden Cochlear Implantat Chirurgie

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Erstmals ist es gelungen in einem digitalen Mikroskop die elektrophysiologischen Antworten der Hörschnecke (Cochlea) während des Elektroden-Insertionsprozesses in Echtzeit für den Operateur sichtbar zu machen.

An dem Kooperationsprojekt waren die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, des Universitätsklinikums Essen und die Unternehmen Munich Surgical Imaging® aus München und Cochlear Ltd® aus Hannover beteiligt.

Die Cochlea Implantation (CI) ist ein etablierter Eingriff, um an Taubheit grenzend schwerhörigen Patienten das Hören zu ermöglichen. In den letzten Jahren werden zunehmend auch Menschen mit Restgehör versorgt, die nicht mehr ausreichend von einer Hörgeräteversorgung profitieren.

Um das akustische Restgehör auch nach der CI-Versorgung nutzen zu können, muss die Implantation restgehörerhaltend durchgeführt werden. Hierzu werden zum Beispiel besonders dünne Elektrodenträger verwendet oder auch bestimmte Medikamente gegeben.

Durch die Anatomie der Hörschnecke bedingt wird die Elektrode – ohne direkte visuelle Kontrolle innerhalb der Hörschnecke – vorgeschoben. Erst nach dem Einführen war es bislang möglich, mit bestimmten Messungen Aufschluss darüber zu erhalten, ob das Restgehör erhalten werden konnte oder nicht, erläutert Prof. Diana Arweiler-Harbeck, Leiterin des Cochlear Implant Teams am Universitätsklinikum Essen.

Mit dieser neuen Methode kontrolliert der Operateur erstmals selbst und direkt, inwiefern wichtige Strukturen in der Hörschnecke berührt werden. Durch die unmittelbare Kontrolle anhand des in das Mikroskop-Okular eingespiegelten Bildschirms können die Operateure in Echtzeit das Einschieben der Elektrode steuern und verändern.

Einmal mehr zeigt sich, dass die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Medizinern, Technik und Industrie digitalen Fortschritt und damit eine zukunftsorientierte Medizin im Sinne eines Smart Hospital zum Wohle der Patienten ermöglicht.