Innovative Zelltherapie könnte schwerkranken Patienten neue Therapieoptionen eröffnen24. August 2021 Bild: ©gwolters – stock.adobe.com Eine neuartige Zelltherapie könnte einen Paradigmenwechsel in der Behandlung solider Tumoren bedeuten und insbesondere Patienten mit bisher schwer behandelbaren Krebserkrankungen neue individualisierte Therapieoptionen ermöglichen. Bei der Therapie wird ein bestimmtes Protein ausgeschaltet, wodurch die körpereigenen Immunzellen verstärkt aktiviert werden. Die Wirksamkeit, Verträglichkeit und immunologischen Effekte der neuen Zelltherapie werden derzeit an der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin von MedUni Wien und AKH Wien untersucht. Bei der neuen Zelltherapie werden den Patienten Immunzellen (weiße Blutkörperchen) entnommen. Wie bei einer Stammzellspende erfolgt die Entnahme meist über die Armvenen. Im Labor wird bei den entnommenen Zellen das Protein Cbl-b ausgeschaltet. „Dieses Protein ist dafür verantwortlich, dass die Antwort des Immunsystems gegen Tumorzellen unterdrückt wird. Das Protein verringert die Aktivität der meisten Immunzellen. Studien haben gezeigt, dass Immunzellen verstärkt gegen Tumorzellen arbeiten, wenn das Protein Cbl-b ausgeschaltet wird“, so Prof. Nina Worel von der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin und Prüfärztin der Studie. Die neue Zelltherapie zielt auf die körpereigenen Immunzellen der Patienten. Diese werden so modifiziert, dass sie Krebszellen erkennen und zerstören können, ohne dabei dauerhaft gentechnisch verändert zu werden. Nach der Reinfusion kämpft das Immunsystem verstärkt gegen den Tumor. „Mittels Zelltherapie das Immunsystem der Patienten in die Lage zu versetzen, den Tumor direkt anzugreifen, ist ein vielversprechender Ansatz. Insbesondere für Patienten mit soliden Tumoren im fortgeschrittenen Stadium werden dringend sichere und wirksame neue Therapieoptionen benötigt“, so Worel. Der innovative Herstellungs- und Behandlungsprozess ermöglicht eine ambulante Behandlung innerhalb eines Tages von der Zellentnahme bis zur Reinfusion. In einer klinischen Studie werden nun die immunologischen Effekte der Behandlung mit dem Produktkandidaten APN401 sowie seine Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit weiter untersucht. „Diese neue Zelltherapie könnte durch ihre schnelle Anwendbarkeit und zentrale Immunaktivierung den bisher verfügbaren Zelltherapien in Sicherheit und Wirksamkeit überlegen werden. Wir freuen uns, diese Studie für den europäischen Raum hier in Wien zu starten und neue Erkenntnisse zu gewinnen“, so Worel.
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