Innsbrucker Nephrologie: Internationale und interdisziplinäre Ausrichtung soll gestärkt werden

Andreas Kronlechner leitet seit vergangenem Herbst die Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Nephrologie und Hypertensiologie. Quelle: Florian Lechner. Copyright: MUI/F. Lechner

Die Nephrologie der Medizinischen Universität Innsbruck (Österreich) hat seit Herbst 2025 einen neuen Direktor: Andreas Kronbichler. Dieser setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und die aktive Beteiligung an klinischen Studien.

Kronbichler ist ein Experte auf dem Gebiet entzündlicher Gefäßerkrankungen, die oft mit Nierenversagen einhergehen, so die Medizinische Universität Innsbruck. Nach Studium und klinischer Ausbildung in Innsbruck, mehrjähriger Auslandserfahrung an der Universität Cambridge (Vereinigtes Köngreich) und am Universitätsklinikum Jena, konnte er im Rahmen einer Gastprofessur an der Linköping Universität (Schweden) zudem ein großes Register für seltene Nierenerkrankungen mit insgesamt 105 Zentren weltweit aufbauen, heißt es weiter.

Der 40-jährige Tiroler will nun die internationale und interdisziplinäre Ausrichtung der Innsbrucker Nephrologie als Klinikdirektor weiter stärken. Alois Obwegeser, Ärztlicher Direktor der Klinik Innsbruck betont: „Die Nephrologie ist ein Fach, das mit vielen anderen Bereichen der Medizin im Austausch steht.“

Dialyse verhindern

Auch wenn sich die Blutzuckerkontrolle insgesamt verbessert hat, ist Diabetes nach wie vor einer der häufigsten Gründe für eine Dialyse. In einer unlängst veröffentlichten Studie unter der Leitung der Innsbrucker Nephrologie konnte das Protein DKK3, das bei Zellschädigungen in den Nieren vermehrt im Urin gebildet wird, als Indikator für den Verlauf chronischer Nierenerkrankungen bei Diabetikern identifiziert werden. „Damit können wir das Risiko für Nierenversagen noch besser vorhersagen und eine Dialyse oder Transplantation im besten Fall verhindern“, so Kronbichler.

Um Patienten den Zugang zu innovativen Behandlungen zu erleichtern, will Kronbichler Studienstrukturen weiter ausbauen und die Zusammenarbeit mit der Hämatologie und Onkologie, der Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie sowie auch mit den Forschungsgruppen am Biozentrum besonders stärken.