Integration ernährungstherapeutischer Praxen in das nutriZert-System

Ernährungstherapeutische Praxen sollen künftig in das NutriZert-System integriert werden. Symbolbild: TimmyTimTim/stock.adobe.com

Eine Zertifizierung von ernährungstherapeutischen Praxen nach dem nutriZert-System soll die ernährungsmedizinische Versorgung in einheitliche Qualitätsstrukturen einbinden. Außerdem sollen qualitätsgeprüfte Angebote für Betroffene leichter auffindbar werden.

Menschen mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Mangelernährung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben es bislang oft schwer, qualitätsgesicherte ambulante Praxen für Ernährungstherapie zu finden. Verlässliche Informationen zu geeigneten Einrichtungen fehlen – sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Hausärztinnen und Hausärzte, die überweisen möchten.

Das soll sich nun ändern: Erstmals können auch niedergelassene ernährungstherapeutische Praxen nach dem unabhängigen nutriZert-System zertifiziert werden. Damit stehen künftig bundesweit objektive und vergleichbare Informationen zu qualifizierten Angeboten der Ernährungstherapie zur Verfügung.

Einheitliches Qualitätssystem für die gesamte Versorgung

Das nutriZert-System ist bereits aus Kliniken, Klinikabteilungen und ernährungsmedizinischen Praxen bekannt. Mit der Öffnung für ernährungstherapeutische Praxen wird erstmals die gesamte Versorgungskette der Ernährungsmedizin und Ernährungstherapie in einem einheitlichen, transparenten Qualitätssystem abgebildet.

Zertifiziert werden nicht einzelne Personen, sondern die Strukturen und Abläufe der Einrichtungen. Geprüft wird unter anderem, ob die organisatorischen Voraussetzungen bestehen, um evidenzbasierte Ernährungstherapie nach dem German Nutrition Care Process (G-NCP) umzusetzen. Die Zertifizierung ergänzt damit den persönlichen Qualifikationsnachweis der Fachkräfte (E-Zert).

„Qualität in der Ernährungstherapie entsteht nicht allein durch persönliche Qualifikation, sondern durch verlässliche, fachlich fundierte Strukturen“, betont Prof. Peter Stehle, Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM).

Bessere Auffindbarkeit qualitätsgesicherter Angebote

Alle zertifizierten Einrichtungen werden zentral auf www.nutrizert.de dargestellt. Dort finden sich Angaben zu Qualifikationen, Behandlungsschwerpunkten und Versorgungsangeboten. Für Patientinnen und Patienten wird qualitätsgeprüfte Ernährungstherapie damit leichter auffindbar und klar von nicht überprüfbaren Angeboten abgegrenzt.

„Eine qualifizierte Ernährungstherapie kann den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen – vorausgesetzt, Betroffene finden passende Angebote“, sagt Dr. Gert Bischoff, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM). „Mit der Erweiterung von nutriZert stärken wir gezielt die Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.“

Stärkung der ambulanten Ernährungstherapie

Für ernährungstherapeutische Praxen steht mit nutriZert erstmals ein einheitliches, unabhängiges Instrument zum Nachweis von Qualität in Organisation und Prozessen zur Verfügung. Gleichzeitig werden sie stärker in ein bundesweites Netzwerk aus Kliniken, Klinikabteilungen und ernährungsmedizinischen Praxen eingebunden.

„Die Zertifizierung macht ernährungstherapeutische Praxen als professionell organisierte Versorgungseinrichtungen sichtbar“, sagt Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin des BerufsVerbands Oecotrophologie (VDOE).

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