Intensive Blutdrucksenkung reduziert Risiko für linksventrikuläre Überleitungsstörungen4. Oktober 2023 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Post-hoc-Analyse der randomisierten klinischen Studie SPRINT lässt darauf schließen, dass die Entstehung einer klinisch relevanten linksventrikulären Überleitungsstörung (LVCD) vermeidbar sein könnte – und zwar durch eine intensive Blutdruckkontrolle mit einem systolischen Blutdruck(SBP)-Zielwert von <120 mmHg. In der zwischen 2010 und 2015 in den USA und Puerto Rico durchgeführten Studie wurden die hypertensiven Teilnehmer (≥50 Jahre, ≥1 zusätzlicher kardiovaskulärer Risikofaktor) entweder der Standard- oder der intensiven Behandlungsgruppe mit SBP-Zielwerten von <140 mmHg bzw. <120 mmHg zugewiesen. Für die aktuelle Auswertung wurden alle Teilnehmer mit vorbestehender LVCD, mit Herzschrittmacher oder ventrikulären Präexzitationen zu Beginn der Studie ausgeschlossen. Das primäre Ergebnis war das Auftreten einer LVCD, einschließlich aller faszikulärer Blockierungen oder eines Linksschenkelblocks, die über serielle EKGs ermittelt wurden. In die Post-hoc-Analyse wurden somit 3918 Teilnehmer der Standard- und 3956 der intensiv behandelten Gruppe eingeschlossen (mittleres Alter 67,6 ±9,2 Jahre; 36% Frauen), die im Median 3,5 Jahre (IQR 0,02–5,2) lang überwacht wurden. Von diesen entwickelten 203 eine LVCD. Höheres Alter (HR/10-Jahres-Anstieg 1,42; 95%-KI 1,21–1,67; p<0,001), männliches Geschlecht (HR 2,31; 95%-KI 1,63–3,32; p<0,001) und kardiovaskuläre Erkrankungen (HR 1,46; 95%-KI 1,06–2,00; p=0,02) waren mit einem höheren Risiko einer LVCD assoziiert. Die Zuweisung zur intensiven Blutdrucksenkung war mit einem um 26% geringeren Risiko für eine LVCD assoziiert (HR 0,74; 95%-KI 0,56–0,98; p=0,04). Diese Ergebnisse blieben auch bestehen, wenn die neuauftretende Notwendigkeit einer Schrittmachertherapie und die Gesamtsterblichkeit als konkurrierendes Risiko berücksichtigt wurden. Ein Zusammenhang zwischen der Randomisierung und einem Rechtsschenkelblock wurde nicht beobachtet (Negativkontrolle; HR 0,95; 95%-KI 0,71–1,27; p=0,75). Fazit In der Post-hoc-Analyse der SPRINT-Studie war eine intensive Blutdruckkontrolle mit einem geringeren Risiko für linksventrikuläre Überleitungsstörungen verbunden, was darauf hindeutet, dass klinisch relevante Überleitungsstörungen möglicherweise vermeidbar sind. (ah) Autoren: Frimodt-Møller EK et al. Korrespondenz: Gregory M. Marcus; [email protected] Studie: Association Between Intensive vs Standard Blood Pressure Control and Incident Left Ventricular Conduction Disease: A Post Hoc Analysis of the SPRINT Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Cardiol 2023;8(6):612–616. Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2023.0845
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen" Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen Niedrigere Lufttemperaturen können mit einem Anstieg des Augeninnendrucks einhergehen und sollten bei der Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung berücksichtigt werden. Das legt eine neue Studie nahe.
Mehr erfahren zu: "Kongenitale Katarakt: Sehschärfe bei Deprivationsamblyopie kaum verbessert" Kongenitale Katarakt: Sehschärfe bei Deprivationsamblyopie kaum verbessert Trotz Fortschritten in der Versorgung von Kindern mit kongenitaler Katarakt besteht nach wie vor das ungelöste Problem mit der sich entwickelnden monokularen Deprivationsamblyopie und ihrer Behandlung. Die Therapieadhärenz ist oft […]
Mehr erfahren zu: "Crosslinking mit PTK oder PRK: Welche Kombination für welches Stadium? " Crosslinking mit PTK oder PRK: Welche Kombination für welches Stadium? Korneales Crosslinking (CXL) in Kombination mit transepithelialer phototherapeutischer Keratektomie (PTK) oder topografiegesteuerter photorefraktiver Keratektomie (TG-PRK) zeigte sich in der Keratokonustherapie als sicher und wirksam. Bei der Auswahl der Methode sollten jedoch […]