Intensive Blutdrucksenkung reduziert Risiko für linksventrikuläre Überleitungsstörungen

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Die Post-hoc-Analyse der randomisierten klinischen Studie SPRINT lässt darauf schließen, dass die Entstehung einer klinisch relevanten linksventrikulären Überleitungsstörung (LVCD) vermeidbar sein könnte – und zwar durch eine intensive Blutdruckkontrolle mit einem systolischen Blutdruck(SBP)-Zielwert von <120 mmHg.

In der zwischen 2010 und 2015 in den USA und Puerto Rico durchgeführten Studie wurden die hypertensiven Teilnehmer (≥50 Jahre, ≥1 zusätzlicher kardiovaskulärer Risikofaktor) entweder der Standard- oder der intensiven Behandlungsgruppe mit SBP-Zielwerten von <140 mmHg bzw. <120 mmHg zugewiesen. Für die aktuelle Auswertung wurden alle Teilnehmer mit vorbestehender LVCD, mit Herzschrittmacher oder ventrikulären Präexzitationen zu Beginn der Studie ausgeschlossen. Das primäre Ergebnis war das Auftreten einer LVCD, einschließlich aller faszikulärer Blockierungen oder eines Linksschenkelblocks, die über serielle EKGs ermittelt wurden.

In die Post-hoc-Analyse wurden somit 3918 Teilnehmer der Standard- und 3956 der intensiv behandelten Gruppe eingeschlossen (mittleres Alter 67,6 ±9,2 Jahre; 36% Frauen), die im Median 3,5 Jahre (IQR 0,02–5,2) lang überwacht wurden. Von diesen entwickelten 203 eine LVCD. Höheres Alter (HR/10-Jahres-Anstieg 1,42; 95%-KI 1,21–1,67; p<0,001), männliches Geschlecht (HR 2,31; 95%-KI 1,63–3,32; p<0,001) und kardiovaskuläre Erkrankungen (HR 1,46; 95%-KI 1,06–2,00; p=0,02) waren mit einem höheren Risiko einer LVCD assoziiert.

Die Zuweisung zur intensiven Blutdrucksenkung war mit einem um 26% geringeren Risiko für eine LVCD assoziiert (HR 0,74; 95%-KI 0,56–0,98; p=0,04). Diese Ergebnisse blieben auch bestehen, wenn die neuauftretende Notwendigkeit einer Schrittmachertherapie und die Gesamtsterblichkeit als konkurrierendes Risiko berücksichtigt wurden. Ein Zusammenhang zwischen der Randomisierung und einem Rechtsschenkelblock wurde nicht beobachtet (Negativkontrolle; HR 0,95; 95%-KI 0,71–1,27; p=0,75).

Fazit
In der Post-hoc-Analyse der SPRINT-Studie war eine intensive Blutdruckkontrolle mit einem geringeren Risiko für linksventrikuläre Überleitungsstörungen verbunden, was darauf hindeutet, dass klinisch relevante Überleitungsstörungen möglicherweise vermeidbar sind. (ah)

Autoren: Frimodt-Møller EK et al.
Korrespondenz: Gregory M. Marcus; [email protected]
Studie: Association Between Intensive vs Standard Blood Pressure Control and Incident Left Ventricular Conduction Disease: A Post Hoc Analysis of the SPRINT Randomized Clinical Trial
Quelle: JAMA Cardiol 2023;8(6):612–616.
Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2023.0845