Intensives Training bei Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie22. September 2023 © luciano – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Ergebnisse einer Kohortenstudie aus den USA deuten darauf hin, dass bei Personen mit hypertropher Kardiomyopathie (HCM) ein intensives Training – im Vergleich zu einem mäßigen oder keinem Training – die Rate an Todesfällen oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen nicht erhöht ist. Auf Grundlage dieser neuen Erkenntnisse können Ärzte ihre HCM-Patienten über sportliche Aktivitäten beraten. Die A-priori-Hypothese der Prüfarztinitiierten, prospektiven Kohortenstudie war, dass HCM-Patienten, die sich intensiv körperlich betätigen, nicht häufiger ein arrhythmisches Ereignis erleiden oder sterben als Teilnehmer, die keine intensive körperliche Betätigung angeben. Zur Teilnahme berechtigt waren Patienten mit diagnostizierter HCM oder einem positiven Genotyp ohne linksventrikuläre Hypertrophie (negativer Phänotyp), bei denen keine Bedingungen vorlagen, die eine sportliche Betätigung ausschlossen. Studienteilnehmer (n=1660; mittleres Alter 39 ±15 Jahre; 60% männlich) wurden an 42 großen HCM-Zentren in den USA und international rekrutiert. Außerdem konnten sich Patienten selbst über die zentrale Website anmelden. Es erfolgte eine Einteilung der Probanden nach dem von ihnen selbst angegebenen Maß an körperlicher Aktivität: sitzende Tätigkeit (15%), moderates (43%) oder intensives Training (42%). In letzterer Gruppe nahmen 37% (n=259) an Wettkämpfen teil. Insgesamt 77 Personen (4,6%) erreichten den primären, vordefinierten zusammengesetzten Endpunkt, der Tod, Wiederbelebung nach Plötzlichem Herzstillstand, arrhythmische Synkope und einen angemessenen Schock durch einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator umfasst. Darunter befanden sich 44 Personen (4,6%), die als nichtsportlich eingestuft wurden, und 33 Personen (4,7%), die als sportlich eingestuft wurden, mit einer entsprechenden Rate von 15,3 bzw. 15,9/1000 Personenjahre. Eine multivariate Cox-Regressionsanalyse des primären zusammengesetzten Endpunktes ergab, dass Personen, die sich intensiv bewegten, keine höhere Ereignisrate aufwiesen als die Gruppe, die sich nicht intensiv bewegte, mit einer bereinigten HR von 1,01. Das obere 95%ige 1-seitige Konfidenzniveau lag bei 1,48 und damit unter der vordefinierten Grenze von 1,5 für Nichtunterlegenheit. Fazit Die Ergebnisse dieser Kohortenstudie deuten darauf hin, dass bei Personen mit HCM oder solchen, die Genotyp-positiv/Phänotyp-negativ sind und in erfahrenen Zentren behandelt werden, diejenigen, die intensiv Sport treiben, keine höhere Rate an Todesfällen oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen aufweisen als diejenigen, die mäßig Sport treiben oder sich nicht bewegen. (ah) Autoren: Lampert R et al. Korrespondenz: Sharlene Day; [email protected] Studie: Vigorous Exercise in Patients With Hypertrophic Cardiomyopathy Quelle: JAMA Cardiol 2023;8(6):595–605. Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2023.1042
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen" Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen Niedrigere Lufttemperaturen können mit einem Anstieg des Augeninnendrucks einhergehen und sollten bei der Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung berücksichtigt werden. Das legt eine neue Studie nahe.
Mehr erfahren zu: "Kongenitale Katarakt: Sehschärfe bei Deprivationsamblyopie kaum verbessert" Kongenitale Katarakt: Sehschärfe bei Deprivationsamblyopie kaum verbessert Trotz Fortschritten in der Versorgung von Kindern mit kongenitaler Katarakt besteht nach wie vor das ungelöste Problem mit der sich entwickelnden monokularen Deprivationsamblyopie und ihrer Behandlung. Die Therapieadhärenz ist oft […]
Mehr erfahren zu: "Crosslinking mit PTK oder PRK: Welche Kombination für welches Stadium? " Crosslinking mit PTK oder PRK: Welche Kombination für welches Stadium? Korneales Crosslinking (CXL) in Kombination mit transepithelialer phototherapeutischer Keratektomie (PTK) oder topografiegesteuerter photorefraktiver Keratektomie (TG-PRK) zeigte sich in der Keratokonustherapie als sicher und wirksam. Bei der Auswahl der Methode sollten jedoch […]