Intensivierte Blutdruckkontrolle: Bessere Outcomes, aber Vorsicht vor Nebenwirkungen21. Oktober 2021 © amnaj – stock.adobe.com (Symbolbild) Die finale Studie der SPRINT-Forschungsgruppe zu den Auswirkungen einer Standard-Blutdruckkontrolle (systolischer Blutdruck <140 mmHg) vs. eine intensivierte Blutdruckkontrolle (systolischer Blutdruck <120 mmHg) bei Menschen mit erhöhtem kardiovaskulären (CV) Risiko erschien kürzlich im „New England Journal of Medicine“. Dieser zufolge führte die intensivierte Blutdruckkontrolle zu einer geringeren Rate an schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen (MACE) und einer geringeren Gesamtmortalität als die Standard-Blutdruckkontrolle – und zwar sowohl während der Behandlung mit der zufällig zugewiesenen Therapie als auch nach der Studie. Die Raten einiger unerwünschter Ereignisse waren in der intensiv behandelten Gruppe jedoch höher. An der Studie nahmen 9361 Personen mit erhöhtem Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, aber ohne Diabetes oder Schlaganfall in der Vorgeschichte teil. Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus MI, anderen akuten Koronarsyndromen, Schlaganfall, akuter dekompensierter HF oder Tod durch CV Ursachen. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3,33 Jahren während der Studie war die Rate des primären Endpunktes und der Gesamtmortalität in der intensiv behandelten Gruppe signifikant niedriger als in der Standardbehandlungsgruppe (Rate des primären Ergebnisses 1,77%/Jahr vs. 2,40%/Jahr; HR 0,73; 95%-KI 0,63–0,86; Gesamtmortalität 1,06%/Jahr vs. 1,41%/Jahr; HR 0,75; 95%-KI 0,61–0,92). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wie Hypotonie, Elektrolytanomalien, akute Nierenschädigung oder -versagen und Synkopen traten in der intensiv behandelten Gruppe deutlich häufiger auf. Bei der Kombination von Studien- und Nachbeobachtungsdaten (insgesamt 3,88 Jahre) ergaben sich ähnliche Muster für den Behandlungsnutzen und die unerwünschten Ereignisse. Die HF-Raten unterschieden sich jedoch nicht mehr zwischen den Gruppen. Fazit Der Studie zufolge führte die intensivierte Blutdruckkontrolle zu einer geringeren Rate an schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen (MACE) und einer geringeren Gesamtmortalität als die Standard-Blutdruckkontrolle – und zwar sowohl während der Behandlung mit der zufällig zugewiesenen Therapie als auch nach der Studie. Die Raten einiger unerwünschter Ereignisse waren in der intensiv behandelten Gruppe jedoch höher. (ah) Autoren: Lewis CE et al. Korrespondenz: Cora E. Lewis; [email protected] Studie: Final Report of a Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control Quelle: N Engl J Med 2021;384:1921–1930. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa1901281
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