Intensivierte perioperative Androgendeprivationstherapie bei Patienten mit lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakrebs19. Juli 2024 Symbolbild: sharafmaksumov – stock.adobe.com Eine US-Studie hat eine intensive perioperative Androgendeprivationstherapie bei Patienten mit lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakrebs überprüft. Während sich Teil 1 auf die neoadjuvante Therapie bezog, widmete sich Teil 2 dieser Studie, der kürzlich im Journal “Cancer” veröffentlicht wurde, dem Einfluss dieser Therapie im adjuvanten Setting auf das biochemische Rezidiv. Dr. Rana R. McKay von der University of California San Diego in La Jolla (USA) und ihre Kollegen hatten im Jahr 2021 im “Journal of Urology” Teil 1 ihrer Phase-II-Studie vorgestellt, in der neoadjuvantes Apalutamid, Abirateron, Prednison plus Leuprolid (AAPL) oder Abirateron, Prednison und Leuprolid (APL) über 6 Monate, gefolgt von einer radikalen Prostatektomie, getestet wurden. Die Ergebnisse zeigten günstige pathologische Remissionen (Tumor <5 mm) bei 20,3% der Patienten (n=24/118). Nun liegen die Ergebnisse von Teil 2 vor: Hier wurden die Studienteilnehmer, sofern sie sich dazu bereit erklärten, erneut 1:1 randomisiert. Gruppe 2A erhielt eine adjuvante AAPL-Therapie, Gruppe 2B wurde lediglich weiter beobachtet. Die Prüfärzte stratifizierten die Patienten nach Erhalt der neoadjuvanten Therapie und pathologischer Tumorklassifizierung. Als primären Endpunkt hatten sie das 3-Jahres-Überleben ohne biochemische Progression definiert, zu den sekundären Endpunkten gehörten die Sicherheit sowie die Erholung der Testosteronwerte (>200 ng/dl). Wie das Team um Seniorautorin Prof. Mary-Ellen Taplin vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (USA) berichtete, wurden insgesamt 82/118 Patienten (69%), die in Teil 1 eingeschlossen waren, für Teil 2 randomisiert. Von den nicht für die adjuvante Therapie randomisierten Patienten zeigte ein höherer Anteil eine günstige pathologische Remission auf die Prostatektomie (32,3% bei nichtrandomisierten Patienten vs. 17,1% bei randomisierten). In der Intention-to-treat-Analyse ergab sich eine Rate des 3-Jahres-Überlebens ohne biochemische Progression von 81% für Arm 2A und 72% für Arm 2B (HR 0,81; 90%-KI 0,43–1,49). Unter den randomisierten Patienten erholten sich die Testosteronwerte bei 81% in der AAPL-Gruppe vs. 95% in der Beobachtungsgruppe, wobei die mediane Zeit bis zur Erholung in beiden Studienarmen <12 Monate betrug. Allerdings bilanzieren McKay et al., dass Teil B nicht aussagekräftig genug gewesen sei, um Unterschiede zwischen den Studienarmen festzustellen, da 30% der Patienten die adjuvante Behandlung abgelehnt hatten. Zukünftige perioperative Studien sollten sich an Biomarkern orientieren und Strategien für die Einbindung von Prüfärzten und Patienten umfassen, um die Einhaltung der Protokollverfahren sicherzustellen, empfiehlt das Team. (sf/ms)
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