Intensivmediziner fordern sofortige Rückkehr zu Lockdown15. März 2021 Bild: ©Stockwerk-Fotodesign/stock.adobe.com Angesichts steigender Corona-Zahlen fordern Experten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. „Von den Daten, die wir jetzt haben und sehen und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern“, sagte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, am Montag im rbb-Sender Radioeins. Karagiannidis erklärte, er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse eines Inzidenzwerts von 100 durchsetzen. Bund und Länder hatten eine Rückkehr in den Lockdown vereinbart, wenn in einer Region die Zahl der Neuinfektionen wieder die Marke von 100 pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen erreicht. „Ansonsten würden wir jetzt noch einmal 5000, 6000 Patienten auf der Intensivstation sehen“, sagte Karagiannidis. „Man sieht sehr deutlich, dass wir sehr schnell jetzt wieder in steigende Intensivzahlen geraten werden, sofern wir dem Virus jetzt die Möglichkeit dazu geben.“ Derzeit sind rund 2800 COVID-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. „Wir gewinnen auch nicht viel, wenn wir jetzt die nächsten ein, zwei Wochen offen lassen, weil wir ganz schnell auf einem hohen Niveau ankommen und es auf dem hohen Niveau doppelt so schwierig sein wird, von den Zahlen wieder herunter zu kommen“, sagte Karagiannidis. Wichtig sei es, nun die über 50- und über 60-Jährigen schnell zu impfen. Dann würden auch weniger Menschen mit COVID-19 schwer krank. Die Belastung für das Personal auf den Intensivstationen sei bis heute ohne Unterbrechung sehr hoch und steige nun wieder weiter. Es gelte, sich in den Sommer zu retten, sagte Karagiannidis, der selbst Arzt an einer Kölner Lungenklinik ist. Positiv sei es, wenn umfangreich auf Corona getestet werde. So könnten wahrscheinlich rund 50 bis 60 Prozent der Infektionsfälle entdeckt werden. Am Montag gab es 6604 registrierte Corona-Neuinfektionen. Das sind rund 1600 mehr als am Montag vor einer Woche. Der Inzidenzwert stieg von 79 auf 82,9. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 stieg um 47 auf 73.418. Dem bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert zufolge stecken 100 Infizierte derzeit rechnerisch 119 weitere Menschen an. Das ging aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.
Mehr erfahren zu: "Warken verteidigt Sparpläne: „Zumutung, aber notwendig“" Warken verteidigt Sparpläne: „Zumutung, aber notwendig“ Geplante Milliarden-Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben empören Praxen und Kliniken. Die Ministerin stellt sich dem Unmut beim Ärztetag – größere Zugeständnisse signalisiert sie nicht.
Mehr erfahren zu: "Ärztepräsident: Spargesetz auf „Hold“ stellen" Ärztepräsident: Spargesetz auf „Hold“ stellen Geplante Milliarden-Einsparungen im Gesundheitswesen stoßen auf heftigen Protest bei Praxen und Kliniken. Vom Treffen der versammelten Ärzteschaft beim Deutschen Ärztetag in Hannover kommt ein Ruf nach einer Art Neustart der […]
Mehr erfahren zu: "KI-Sprachmodelle scheitern an der einfachen Analyse von Krankenhausdaten" KI-Sprachmodelle scheitern an der einfachen Analyse von Krankenhausdaten Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) zeigen deutliche Schwächen bei grundlegenden administrativen Aufgaben im Krankenhausalltag. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie eines Forschungsteams von der Icahn School of Medicine […]