Intensivpflegekräfte ziehen ein Corona-Fazit16. September 2021 Sylvia Köppen, pflegerische Leitung der COVID-Intensivstation am UKL und Organisatorin des Intensivpflegetages. Foto: UKL/Stefan Straube Am 17. September findet am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) der 11. Intensivpflegetag statt. Dieser steht – wie nicht anders zu erwarten – stark im Zeichen der Pandemiebewältigung. Das Fachsymposium mit 120 Teilnehmern dient auch dazu, ein erstes Fazit aus den zurückliegenden Erfahrungen zu ziehen und sich so auf das vorzubereiten, was eventuell noch auf die Intensivstationen zukommt. „Natürlich haben wir alle die Hoffnung, dass es nicht wieder so schlimm wird wie im vergangenen Winter“, sagt Sylvia Köppen, pflegerische Leiterin der COVID-Intensivstation am UKL und Organisatorin des Intensivpflegetages. „Dennoch nutzen wir jetzt die Gelegenheit, ein Fazit aus unseren Erfahrungen zu ziehen und so für die Zukunft zu lernen.“ 120 Teilnehmer werden zu der Weiterbildung speziell für Pflegekräfte aus der Intensivmedizin erwartet, die als eine der ersten Veranstaltungen am UKL auch wieder komplett in Präsenz stattfindet. Themen des eintägigen Fachsymposiums sind unter anderem die Frage nach dem richtigen Maß an Schutzmaßnahmen oder dem Effekt einer Koordination der Belegung der Intensivbetten. Diese zentrale Steuerung hat sich als extrem sinnvoll erwiesen, resümiert Prof. Pierre Hepp. Er leitete am UKL die koordinierende Cluster-Leitstelle, in der die Verteilung der COVID-19-Patienten auf die Krankenhäuser in der Region Leipzig gesteuert wurde. Weniger eindeutig ist das Ergebnis der Überlegungen zur Frage des Schutzstandards. „Wir möchten diskutieren, ob die hohen Hygiene-Anforderungen und der damit verbundene große Aufwand wirklich erforderlich sind und beibehalten werden müssen, oder ob auch ein reduzierterer Einsatz von Schutzkleidung wie beispielsweise bei Influenza ausreichend wäre“, berichtet Köppen. Ihr Team hat in den zurückliegenden 17 Monaten 479 COVID-Patienten auf der Intensivstation betreut, die meisten davon in den Monaten Oktober bis Mai. Derzeit ist die Lage vergleichsweise entspannt, aktuell werden hier maximal drei bis vier COVID-19-Patienten versorgt, derzeit sind es drei Patienten. Jetzt zeigt sich schon deutlich, dass der Großteil dieser Patienten ungeimpft ist. Aufgrund des hohen Anteils Ungeimpfter rechnen die Intensivpflegenden daher auch mit einem Anstieg der Patientenzahlen. „Umso wichtiger ist daher auch der Austausch darüber, welche Behandlungsoptionen sich in der Versorgung dieser Patienten als sinnvoll erwiesen haben“, so Köppen. Ein Teil der Weiterbildung beschäftigt sich daher mit den Themen Sauerstofftherapie, nicht-invasive Beatmung ebenso wie invasive Beatmung und den Besonderheiten bei COVID-Patienten.
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