Intensivstation: Schriftliche Information hilft Angehörigen2. September 2021 © sudok1 – stock.adobe.com (Symbolbild) Kann eine Broschüre, in der es um die Rolle von Angehörigen bei Entscheidungen am Lebensende von Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation geht, das Risiko von Hinterbliebenen für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) mindern? Das hat eine französische Arbeitsgruppe in einer randomisierten, kontrollierten Studie untersucht. In die Auswertung wurden 90 Angehörige von erwachsenen Patientinnen und Patienten eingeschlossen, bei denen Entscheidungen zum Lebensende anstanden. Die Angehörigen erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder mündliche Informationen sowie eine Informationsbroschüre, in der erläutert wurde, dass die Entscheidung am Lebensende von Ärzten getroffen werden (Gruppe 1; n=45), oder ausschließlich mündlichen Informationen (Gruppe 2; n=45). PTSD-bezogene Symptome wurden 90 Tage nach dem Tod der jeweiligen Patientin/des jeweiligen Patienten mithilfe der Impact of Event Scale (Werte von 0 [keine Symptome] bis 75 [schwere Symptome]) verblindet beurteilt. Angst- und Depressionssymptome wurden anhand der Hospital Anxiety and Depression Scale (Bereich 0-21 [höhere Werte zeigen stärkere Symptome]) bewertet. An Tag 90 war die Anzahl der Verwandten mit PTSD-bezogenen Symptomen in Gruppe 1 (18/45) signifikant niedriger als in Gruppe 2 (33/45; p=0,001). Das Risikoverhältnis für das Auftreten PTSD-bedingter Symptome in Gruppe 2 im Vergleich zu Gruppe 1 betrug 1,8 (95%-KI 1,2–2,7). Die durchschnittlichen Werte auf der Impact of Event Scale und der Hospital Anxiety and Depression Scale waren in Gruppe 1 im Vergleich zu Gruppe 2 signifikant reduziert: 28±10 vs. 38±14 (p<0,001) bzw. 13±5 vs. 17±8 (p=0,023). Fazit Eine Informationsbroschüre, die die Rolle der Angehörigen bei Entscheidungen am Lebensende erläutert, reduzierte deren Risiko, PTSD-bezogene Symptome zu entwickeln, signifikant. (ac) Autoren: Robin S et al. Korrespondenz: Jean-Francois Payen; [email protected] Studie: Information Pamphlet Given to Relatives During the End-of-Life Decision in the ICU: An Assessor-Blinded, Randomized Controlled Trial Quelle: Chest 2021;159(6):2301–2308. Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2021.01.072
Mehr erfahren zu: "Organspenden: Warum Ärzte sie trotz Wunsch ablehnen" Organspenden: Warum Ärzte sie trotz Wunsch ablehnen Tausende Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan. Mediziner der Berliner Charité schildern, wie Spenden oft an einer Gesetzesgrundlage scheitern.
Mehr erfahren zu: "NRW-Minister will Gewalt gegen Gesundheitspersonal eindämmen" NRW-Minister will Gewalt gegen Gesundheitspersonal eindämmen Notärzte, Pfleger und Beschäftigte in Praxen und Kliniken sind zunehmend Attacken ausgesetzt. Der CDU-Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, fordert ein genaueres Bild der Lage.
Mehr erfahren zu: "Experten mahnen bessere Regelung der Suizidhilfe in Deutschland an" Experten mahnen bessere Regelung der Suizidhilfe in Deutschland an Der assistierte Suizid ist in Deutschland erlaubt, doch Fachleute aus Medizin, Rechtswissenschaft und Ethik vermissen dazu ein klares Gesetz. Darum zeigen sie nun in einem Eckpunkte-Papier auf, wie sie sich […]