Interventionen zur Kontrolle des COVID-19-Ausbruchs in Wuhan

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Eine Untersuchung belegt, dass eine Reihe unterschiedlichster Interventionen auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer besseren Kontrolle des COVID-19-Ausbruches in Wuhan, China, stand.

Analysiert wurde die Wirksamkeit von Isolationsbezirken, Verkehrseinschränkungen, Abstandsregelungen, häusliche und zentralisierte Quarantäne sowie eine universelle Befragung zu Symptomen der Erkrankung.

Für die Kohortenstudie wurden Daten zu 32.583 im Labor bestätigten COVID-19-Fällen, die zwischen dem 8. Dezember 2019 und dem 8. März 2020 registriert wurden, aus dem kommunalen Meldesystem für meldepflichtige Krankheiten extrahiert.

Die Rate von im Labor bestätigten COVID-19-Infektionen (definiert als Anzahl der Fälle pro Tag und Mio. Menschen) nach Alter, Geschlecht und geografischem Aufenthaltsort wurde über 5 Zeiträume hinweg berechnet: 08.12.2019–09.01.2020 (keine Intervention), 10.–21.01.2020 (massive Reisebewegungen aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes), 23.01.–01.02.2020 (Errichtung von Isolationsbezirken, Verkehrsbeschränkungen und häusliche Quarantäne), 02.–16.02.2020 (zentralisierte Quarantäne und Behandlung) und 17.02.–08.03.2020 (universelle Erhebung von Symptomen). Die effektive Reproduktionszahl von SARS-CoV-2 wurde ebenfalls über diese Zeiträume hinweg berechnet.

Unter 32.583 im Labor bestätigten COVID-19-Fällen betrug das mittlere Patientenalter 56,7 Jahre (Bereich 0–103; IQR 43,4–66,8), 16.817 (51,6%) der Infizierten waren Frauen. Die tägliche Rate bestätigter Fälle erreichte in der 3. Untersuchungsperiode ihren Höhepunkt und ging danach in allen geografischen Regionen sowie bei beiden Geschlechtern und in fast allen Altersgruppen zurück. Eine Ausnahme bildeten Kinder und Jugendliche, unter denen die Rate bestätigter Fälle weiter anstieg.

Die tägliche Rate bestätigter Fälle unter Beschäftigten im Gesundheitswesen über den gesamten Zeitraum (130,5/Mio. Menschen; 95%-KI 123,9–137,2) war höher als in der Allgemeinbevölkerung (41,5/Mio. Menschen; 95%-KI 41,0–41,9).

Der Anteil schwerer und kritischer Fälle verringerte sich in den 5 Zeiträumen von 53,1% auf 10,3%. Das Schweregradrisiko stieg mit dem Alter: Im Vergleich zu den 20- bis 39-Jährigen (Anteil schwerer und kritischer Fälle 12,1%) hatten ältere Menschen (≥80 Jahre) ein höheres Risiko für eine schwere Erkrankung bzw. eine solche, die intensivmedizinisch versorgt werden musste (Anteil 41,3%; Risikoverhältnis 3,61; 95%-KI 3,31–3,95. Jüngere Menschen (<20 Jahre) hingegen besaßen den Daten zufolge ein geringeres Risiko (Anteil 4,1%; Risikoverhältnis 0,47; 95%-KI 0,31–0,70).

Die effektive Reproduktionszahl schwankte vor dem 26. Januar in einem Bereich >3,0, fiel nach dem 6. Februar auf <1,0 und nach dem 1. März weiter auf <0,3.

Fazit
Eine Reihe vielfältiger Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit war zeitlich mit einer verbesserten Kontrolle des COVID-19-Ausbruchs in Wuhan, China, assoziiert. (ac)

Autoren: An Pan et al.
Korrespondenz: Tangchun Wu; [email protected]
Studie: Association of Public Health Interventions With the Epidemiology of the COVID-19 Outbreak in Wuhan, China
Quelle: JAMA 2020;323(19):1915–1923.
Web: https://doi.org/10.1001/jama.2020.6130