Inzidenz pädiatrischen Asthmas und sozioökonomische Faktoren: ECHO/CREW-Konsortium bestätigt Unterschiede nach Einkommen und Ethnie27. September 2022 BOSTON (Biermann) – Anhand US-amerikanischer Geburtskohorten haben Forschende versucht, das Ausmaß zu bestimmen, in dem sozioökonomische Indikatoren bezogen auf Wohnviertel Unterschiede, die Wheezing und Asthma betreffen, unter Kindern verschiedener ethnischer Hintergründe erklären. Die Wissenschaftler stellten bei der Auswertung von Daten zu 5809 Kindern fest, dass solche aus schwarzen und hispanischen Wohnviertel über alle Einkommensklassen hinweg mehr an Asthma litten. Die Studienautoren schlagen daher in der Zeitschrift „JAMA Pediatrics“ vor, dass Merkmale sowohl auf der Ebene von Wohnvierteln als auch auf individueller Ebene und deren Ursachen als Quellen für Ungleichheiten in der Atemwegsgesundheit betrachtet werden sollten. In der Studie kamen Cox-Proportional-Hazard-Modelle zum Einsatz, um die HRs der Asthmainzidenz zu schätzen. Anhand logistischer Regression schätzten die Wissenschaftler die ORs der Prävalenz von früh auftretendem und persistierendem Wheezing. Dabei wurden verschiedene Faktoren berücksichtigt: der Bildungsstand der Mutter, Asthmaerkrankungen der Eltern, Rauchen während der Schwangerschaft, die ethnische Zugehörigkeit des Kindes (nach Angaben der Eltern) und das Geschlecht, ebenso wie die geografische Region und das Jahrzehnt, in dem das Kind geboren wurde. Für 46 % der in die Auswertung eingeschlossenen Kinder wurde berichtet, dass ein Wheezing vor dem 2. Lebensjahr aufgetreten war. Bei 26 % persistierte ein Wheezing bis zum Alter von 11 Jahren. Die Asthmaprävalenz im Alter von 11 Jahren variierte je nach Kohorte, bei einer mittleren Gesamtprävalenz von 25 %. Kinder mit schwarzer Hautfarbe (HR 1,47; 95 %-KI 1,26–1,73) und aus hispanischen Familien (HR 1,29; 95 %-KI 1,09–1,53) hatten ein signifikant erhöhtes Asthmarisiko im Vergleich zu weißen Kindern, wobei die Erkrankung früher in der Kindheit begann. Unter Kindern, die in Wohnvierteln mit einem größeren Anteil an Haushalten mit niedrigem Einkommen, mit einer höheren Bevölkerungsdichte und größerer Armut geboren wurden, zeigte sich eine erhöhte Asthmainzidenz. Die Outcomes in Bezug auf früh auftretendes und persistierendes Wheezing waren ähnlich. In der Effektmodifikationsanalyse veränderten Zensusvariablen den Zusammenhang zwischen ethnischer Zugehörigkeit und dem Risiko für das Auftreten von Asthma nicht signifikant: Schwarze Kinder und solche aus hispanischen Familien blieben im Vergleich zu weißen über alle sozioökonomischen Ebenen hinweg einem höheren Asthmarisiko ausgesetzt. (ac) Autoren: Zanobetti A et al. Korrespondenz: Antonella Zanobetti; [email protected] Studie: Childhood Asthma Incidence, Early and Persistent Wheeze, and Neighborhood Socioeconomic Factors in the ECHO/CREW Consortium Quelle: JAMA Pediatr 2022;176(8):759–767. doi: 10.1001/jamapediatrics.2022.1446