Inzidenz sexuell übertragbarer Krankheiten steigt weiter an

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Die Inzidenz sexuell übertragbarer Krankheiten (STIs) steigt weiter an, so die Autoren einer kürzlich publizierten Studie einleitend. Extragenitale STIs (anale und pharyngeale Infektionen) verliefen demnach häufig asymptomatisch, was zu einer verzögerten Diagnose und Behandlung und damit zu einer höheren Wahrscheinlichkeit einer weiteren Übertragung führt.

Im Rahmen einer monozentrischen Beobachtungsstudie führten die Autoren eine retrospektive Analyse von Patienten durch, die sich zwischen Oktober 2019 und Februar 2021 in der STI-Ambulanz eines Tertiärzentrums in Mitteleuropa vorstellten. Patienten wurden in die Studie aufgenommen, wenn sie zusätzlich zu einem Genitalabstrich mindestens einen Rachen- und/oder Anorektalabstrich für die Multiplex-PCR-STI-Diagnostik erhielten. Demografische Daten, Symptome und serologische Ergebnisse wurden gesammelt und ausgewertet.

Die Daten von 440 Patienten wurden analysiert (männlich: n=345; weiblich: n=95). 97 Männer gaben an, Sex mit Männern zu haben, 174 Patienten identifizierten sich als heterosexuell (132 Männer, 42 Frauen) und 10 Frauen als bisexuell. In 159 Fällen wurde die sexuelle Orientierung nicht angegeben. Bei 195 Patienten (44,3%) wurde eine STI bestätigt, und von diesen wurden 109 Patienten (55,9%) an extragenitalen Stellen positiv auf eine STI getestet. Während 71 Patienten eine pharyngeale STI hatten, waren 61 im anorektalen Bereich infiziert. Von den Patienten, die an einer extragenitalen STI litten, wurden 64,2% (70 von 109) an den Genitalstellen negativ auf relevante Krankheitserreger getestet.

Der am häufigsten nachgewiesene extragenitale Erreger war Neisseria gonorrhoeae (71,8% aller pharyngealen STIs [51 von 71], 55,7% der anorektalen sexuell übertragbaren Krankheiten [34 von 61]), gefolgt von Chlamydia trachomatis (41,0% aller analen Infektionen [25 von 61], 5,6% der pharyngealen Infektionen [4 von 71]). Pharyngale und anorektale Infektionen verliefen in 88,7% (63 von 71) bzw. 65,6% (40 von 61) der Fälle asymptomatisch.

Fazit
Die Ergebnisse unterstrichen die Notwendigkeit, unabhängig vom Vorhandensein von Symptomen entsprechende Tests durchzuführen. (am)

Autoren: Kogler A et al.
Korrespondenz: Angelika Kogler; [email protected]
Studie: Prevalence of Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae and Mycoplasma genitalium at pharyngeal and anorectal sites in patients presenting to an STI outpatient ward
Quelle: J Eur Acad Dermatol Venereol 2025 Feb;39(2):389–397.
Web: https://doi.org/10.1111/jdv.20029