IRONMAN-Studie: Bei Herzinsuffizienz von Eisensupplementierung profitieren21. April 2023 © peterschreiber.media – stock.adobe.com (Symbolbild) Bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) und Eisenmangel verbessert die intravenöse (i.v.) Verabreichung von Eisencarboxymaltose kurzfristig die Lebensqualität und die körperliche Leistungsfähigkeit und verringert die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz (HF) bis zu einem Jahr. Wiederholte Eiseninfusionen bergen allerdings das Risiko eines potenziellen Anstiegs von oxidativem Stress und Infektionen. Die britische Studie IRONMAN untersuchte daher die Langzeiteffekte einer i.v. Eisensupplementierung im Hinblick auf kardiovaskuläre Ereignisse (HF-bedingte Hospitalisierung und kardiovaskulärer Tod; primärer Endpunkt) und Sicherheit der Behandlung. Die Ergebnisse lassen auf einen Nutzen der Eisenergänzung in dieser Bevölkerungsgruppe schließen. Die prospektive, offene und Endpunkt-verblindete Studie wurde an 70 Kliniken im Vereinigten Königreich durchgeführt. Zwischen August 2016 und Oktober 2021 teilten die Studienärzte insgesamt 1137 erwachsene HF-Patienten (LVEF ≤45%; Transferrin-Sättigung <20% oder Serum-Ferritin <100 µg/l; medianes Alter 73,4 Jahre; IQR 66,9–79,4) randomisiert entweder der Gruppe mit i.v. Eisen-Derisomaltose (n=569) oder Standardbehandlung (n=568) zu – stratifiziert nach Rekrutierungsumstand und Studienort. Die Eisensupplementierung erfolgte individuell angepasst an das Körpergewicht und die Hämoglobin-Konzentration. Von den 569 Patienten der Interventionsgruppe bekamen 559 (98%) ≥1 Dosis, 217 (38%) nur 1 Infusion, 226 (40%) 2 Infusionen, 81 (14%) 3 Infusionen und 35 (6%) zwischen 4 und 9 Infusionen. Die mediane Studiendauer betrug 2,7 Jahre (IQR 1,8–3,6). In diesem Zeitraum kam es zu 336 Primärereignissen (22,4/100 Patientenjahre [PJ]) in der Interventionsgruppe und zu 411 (27,5/100 PJ) in der Kontrollgruppe mit Standardbehandlung (RR 0,82; 95%-KI 0,66–1,02; p=0,070). Die IRONMAN-Studiengruppe führte aufgrund der COVID-19-Pandemie zusätzlich eine vorab festgelegte Sensitivitätsanalyse durch, bei der sie die Nachbeobachtung am 30. September 2020 zensierte. Bis zu diesem Zeitpunkt traten 210 primäre Ereignisse (22,3/100 PJ) in der Eisen-Derisomaltose-Gruppe im Vergleich zu 280 (29,3/100 PJ) in der Kontrollgruppe auf (RR 0,76; 95%-KI 0,58–1,00; p=0,047). In Bezug auf Todesfälle oder Krankenhausaufenthalte aufgrund von Infektionen stellten die Forscher keine Unterschiede zwischen den Gruppen fest. Jedoch traten in der Eisen-Derisomaltose-Gruppe weniger schwerwiegende kardiale unerwünschte Ereignisse auf (200; 36%) als in der Gruppe mit Standardbehandlung (243; 43%; Differenz −7,00%; 95%-KI −12,69 bis −1,32; p=0,016). Fazit Für ein breites Spektrum von Patienten mit Herzinsuffizienz, reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion und Eisenmangel war die intravenöse Verabreichung von Eisen-Derisomaltose mit einem geringeren Risiko für Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz und kardiovaskulärem Tod verbunden. (ah) Autoren: Kalra PR et al. Korrespondenz: Ian Ford; [email protected] Studie: Intravenous ferric derisomaltose in patients with heart failure and iron deficiency in the UK (IRONMAN): an investigator-initiated, prospective, randomised, open-label, blinded-endpoint trial Quelle: Lancet 2022;400(10369):2199–2209. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(22)02083-9
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen" Glaukom: Kälte kann den Augeninnendruck erhöhen Niedrigere Lufttemperaturen können mit einem Anstieg des Augeninnendrucks einhergehen und sollten bei der Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung berücksichtigt werden. Das legt eine neue Studie nahe.
Mehr erfahren zu: "Kongenitale Katarakt: Sehschärfe bei Deprivationsamblyopie kaum verbessert" Kongenitale Katarakt: Sehschärfe bei Deprivationsamblyopie kaum verbessert Trotz Fortschritten in der Versorgung von Kindern mit kongenitaler Katarakt besteht nach wie vor das ungelöste Problem mit der sich entwickelnden monokularen Deprivationsamblyopie und ihrer Behandlung. Die Therapieadhärenz ist oft […]
Mehr erfahren zu: "Crosslinking mit PTK oder PRK: Welche Kombination für welches Stadium? " Crosslinking mit PTK oder PRK: Welche Kombination für welches Stadium? Korneales Crosslinking (CXL) in Kombination mit transepithelialer phototherapeutischer Keratektomie (PTK) oder topografiegesteuerter photorefraktiver Keratektomie (TG-PRK) zeigte sich in der Keratokonustherapie als sicher und wirksam. Bei der Auswahl der Methode sollten jedoch […]