ISSNHL: Parameter aus dem großen Blutbild als Prädiktor?12. März 2018 Foto: © Henrik Dolle – Fotolia.com Gegenstand einer aktuell veröffentlichten Studie türkischer Otolaryngologen war der Neutrophilen-Lymphozyten-Quotient sowie der Thrombozyten-Lymphozyten-Quotient und ob sich diese Werte als prognostische Marker für ISSNHL eignen. In einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie wurden zwischen März 2014 und Dezember 2015 45 mit plötzlich auftretender Schallempfindungsschwerhörigkeit (idiopathic sudden sensorineural hearing loss, ISSNHL) diagnostizierte Patienten demselben Behandlungsprotokoll unterzogen; 47 gesunde Probanden, die für einen Routine-Gesundheitscheck das Hospital aufsuchten und die audiologischen Tests und Laboruntersuchungen mitmachten, wurden ebenfalls in die Untersuchung mit eingeschlossen. Der Neutrophilen-Lymphozyten- sowie der Thrombozyten-Lymphozyten-Quotient wurde bei der Studien- wie auch der Kontrollgruppe im Anschluss an die Ermittlung des großen Blutbildes berechnet. Zusätzlich wurde die Studienpopulation in eine Responder- und eine Nonresponder-Gruppe unterteilt; dies geschah als Resultat der audiologischen Untersuchungen, welche entsprechend der Siegel-Kriterien nach 3 Monaten durchgeführt wurden. Die Verhältnisse der Neutrophilen-Lymphozyten- sowie der Thrombozyten-Lymphozyten-Quotienten zwischen den Gruppen wurden anschließend statistisch evaluiert. Die durchschnittlichen Neutrophilen-Lymphozyten- sowie der Thrombozyten-Lymphozyten-Quotienten waren in der Studiengruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöht (P < 0,001). Der mediane Neutrophilen-Lymphozyten-Quotient war in der Subgruppe, die nicht auf das Behandlungsprotokoll ansprach, signifikant höher als in der Subgruppe, deren Patienten als Therapie-Responder gelten konnten (P < 0,001). Hinsichtlich des durchschnittlichen Thrombozyten-Lymphozyten-Quotienten traten diese Unterschiede in der statistischen Auswertung nicht auf. Obwohl es sich sowohl bei den genannten Quotienten um zwei wichtige Marker bei Patienten mit plötzlich auftretender Schallempfindungsschwerhörigkeit handelt und diese Marker einfach zu berechnen sind, müsse festgestellt werden, so die Autoren, dass ein erhöhter Neutrophilen-Lymphozyten-Quotient mit einer schlechten Behandlungsprognose einhergeht. (am) Quelle: Koçak et al. Eur Ann Otorhinolaryngol Head Neck Dis. 2017 Dec;134(6):383-386.
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