Jede dritte Frau in den Wechseljahren fühlt sich einsam29. Juni 2023 Bild: © digitalskillet1 – stock.adobe.com Es ist eines der großen Tabuthemen unserer Gesellschaft. Dabei kommt jede Frau irgendwann in die Wechseljahre – aber kaum eine redet offen darüber. Viele fühlen sich einsam und unvorbereitet, wissen nicht, wie sie mit den Symptomen umgehen sollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung. Traurig, aber wahr: Jede dritte Frau (32%) in den Wechseljahren fühlt sich einsam. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) hat noch nicht einmal mit dem eigenen Partner über die von ihnen wahrgenommenen Veränderungen des Körpers gesprochen. Und auch sonst reißen sich viele lieber zusammen und funktionieren einfach: Sieben von zehn Frauen haben sich nicht mal mit ihrer Mutter über die Wechseljahre unterhalten (71%) oder sich mit anderen Frauen innerhalb der Familie ausgetauscht (69 Prozent). Zwei Drittel (66%) sprechen das Thema weder bei ihren Freundinnen noch bei ihrer Ärztin (65%) an. Gefangen zwischen negativen Stereotypen Die Wechseljahre haben in unserer Gesellschaft ein schlechtes Image. Kein Wunder, dass es vielen Frauen vor ihnen graust. Viel zu lange wurde die Menopause einfach unter den Teppich gekehrt oder nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen. Viele Frauen empfinden die Wechseljahre daher als negativ besetzt – sowohl in der Gesellschaft als auch in den Medien. Sieben von zehn Frauen (71%) sind der Meinung, dass überwiegend über die negativen Aspekte der Wechseljahre gesprochen wird, während die positiven Seiten nicht ausreichend zur Sprache kommen. Frauen fühlen sich unvorbereitet Die Angst vor Stigmatisierung und Scham verhindert immer noch offene und ehrliche Gespräche über den Lebensabschnitt. Die Folge: Viele Frauen wissen gar nicht, was in den Wechseljahren auf sie zukommt und wie sie mit den Veränderungen an ihrem Körper umgehen sollen. Sie fühlen sich einsam, isoliert, unvorbereitet und von ihrem Umfeld allein gelassen. Zwei Drittel (66%) sagen, dass sie sich von ihrem Partner nicht unterstützt fühlen. Lediglich 23 Prozent erhalten von ihrer Mutter Hilfe. Jede vierte Frau (41%) fühlt sich auf die Wechseljahre nicht genügend vorbereitet. Fast genauso viele (43%) glauben, dass über die Menopause viele Fehlinformationen und Mythen im Umlauf sind. Die Lebensmitte birgt auch Chancen Mit den Wechseljahren verbinden die meisten vor allem körperliche Beschwerden. Was jedoch viele unterschätzen, sind die positiven Veränderungen. Sechs von zehn Frauen (60%) sagen, dass die Wechseljahre auch ihre guten Seiten haben. Besonders hervorgehoben wird das Ende der Periode (77%) und des prämenstruellen Syndroms (48%). Andere Frauen empfinden es als befreiend, sich keine Gedanken mehr über Schwangerschaftsverhütung machen zu müssen (46%). Hintergrund Die Online-Befragung wurde im März 2022 im Auftrag von TENA durchgeführt. Befragt wurden 6000 Frauen ab 18 Jahren – darunter Frauen vor den Wechseljahren, Frauen in den Wechseljahren und Frauen, die die Wechseljahre bereits durchlebt haben. Um gegen die Scham und das Tabu anzugehen, startet das Unternehmen zudem eine Kampagne. Mithilfe der Broschüre „Selten gestellte Fragen” soll zum Beispiel ein offener und ehrlicher Austausch über die Wechseljahre in Gang gebracht werden.
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