Jeder Schritt zählt: Gesundheitliche Vorteile durch Bewegung

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Leitliniengerechte Bewegungsempfehlungen sind für die Allgemeinbevölkerung teilweise unübersichtlich und lassen sich mitunter nur schlecht umsetzen. Wissenschaftler aus Dänemark haben nun in einer bevölkerungsbasierten prospektiven Kohortenstudie überprüft, ob Bewegungsempfehlungen basierend auf der täglichen Schrittzahl eine Alternative darstellen könnten.

Tatsächlich war unter den 78.500 eingeschlossenen Personen (mittleres Alter 61 ±8 Jahre; Spanne 40–79 Jahre; 55% Frauen, 97% weiß) eine Schrittzahl von bis zu 10.000 Schritten/Tag mit einem geringeren Sterberisiko sowie einer niedrigeren Inzidenz von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) assoziiert.

Die Studienautoren um Borja del Pozo Cruz von der University of Southern Denmark in Odense verwendeten die Daten von der UK Biobank im Zeitraum 2013–2015 (mediane Nachbeobachtungszeit 7 Jahre) mit Personen aus England, Schottland und Wales. Die Probanden waren per E-Mail zur Teilnahme an der Studie eingeladen worden. Morbidität und Mortalität wurden bis Oktober 2021 in den Registern festgehalten.

Die Messung der Schrittzahl und -intensität (frequenzbasierte Intensität) erfolgte mithilfe eines Beschleunigungsmessers in Form eines Armbandes und wurde unterteilt in zufällige Schritte (<40 Schritte/min), gezielte Schritte (≥40 Schritte/min) und intensive Schritte (durchschnittliche Schritte/min während der 30 intensivsten, aber nicht notwendigerweise aufeinanderfolgenden min/Tag).

Innerhalb des medianen Follow-up von 7 Jahren starben 1325 Teilnehmer an Krebs und 664 an CVD (insgesamt 2179 Todesfälle). Zudem wurden 10.245 neuauftretende Fälle von CVD und 2813 Fälle von Krebs beobachtet. Die Resultate für Krebs waren zusammengesetzt aus 13 verschiedenen Krebsarten, die bekanntermaßen mit verminderter körperlicher Aktivität in Verbindung stehen.

Die Forschenden bewerteten die Dosis-Wirkungs-Beziehung mit statistischen Methoden und schätzten die lineare mittlere Änderungsrate (MRC) der log-relativen HR für jedes Ereignis/2000 Schritte/Tag. Dabei waren mehr tägliche Schritte mit einem geringeren Risiko für die Gesamtmortalität (MRC –0,08; 95%-KI –0,11 bis –0,06), für CVD (MRC –0,10; 95%-KI –0,15 bis –0,06) und für Krebssterblichkeit (MRC -0,11; 95%-KI –0,15 bis –0,06) für bis zu etwa 10.000 Schritte verbunden.

In ähnlicher Weise war eine darüber hinausgehende tägliche Schrittzahl mit einem geringeren Neuauftreten von Krankheiten verbunden. Die intensiven Schritte waren durchgängig mit einem geringeren Risiko für alle Endpunkte verbunden, über den Nutzen der täglichen Gesamtschrittzahl hinaus.

Fazit
Eine Schrittzahl von bis zu 10.000 Schritten/Tag war mit einem geringeren Sterberisiko sowie einer niedrigeren Inzidenz von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Zudem scheint intensiveres Gehen mit einer zusätzlichen Risikominderung verbunden zu sein, insbesondere für neu auftretende Krankheiten. (ah)

Autoren: del Pozo Cruz B et al.
Korrespondenz: Borja Del Pozo Cruz; [email protected]
Studie: Prospective Associations of Daily Step Counts and Intensity With Cancer and Cardiovascular Disease Incidence and Mortality and All-Cause Mortality
Quelle: JAMA Intern Med 2022;182(11):1139–1148.
Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2022.4000