Joachim Weil ist stellvertretender Vorsitzender der ESH-Arbeitsgruppe für interventionelle Bluthochdrucktherapie

Joachim Weil ist neuer stellvertretender Leiter der europäischen Arbeitsgruppe „Device-Based Treatment of Hypertension“. Foto: ©privat

Auf dem Kongress der European Society of Hypertension (ESH) wurde der Lübecker Bluthochdruckexperte Prof. Joachim Weil zum stellvertretenden Vorsitzenden der ESH-Arbeitsgruppe „Device-Based Treatment of Hypertension“ berufen.

Die Arbeitsgruppe befasst sich mit der interventionellen Bluthochdrucktherapie. Diese Verfahren kommen zum Einsatz, wenn eine arterielle Hypertonie vorliegt, die auch unter einer medikamentösen Dreifachtherapie inklusive eines Diuretikums nicht einzustellen ist. Schätzungen zufolge betrifft das in etwa acht bis zehn Prozent aller Bluthochdruckpatientinnen und -patienten. Ihre Behandlung stellt im klinischen Alltag eine große Herausforderung dar. Aber auch bei anderen Formen der nichtkontrollierten Hypertonie (z.B. bei Unverträglichkeit von Medikamenten) können die Verfahren eingesetzt werden.

„Es ist wichtig, dass wir den Blutdruck der Betroffenen, die ein extrem erhöhtes Risiko haben, Schlaganfälle; Herzinfarkte oder andere Endorganschäden zu erleiden, so gut wie möglich senken – und die interventionellen Verfahren geben uns dazu die Möglichkeit“, erklärt der Lübecker Experte, der auch stellvertretender Präsident der Deutschen Hochdruckliga ist.

Zu den interventionellen Verfahren zur Blutdrucksenkung zählen vor allem die renale Denervation und die Barorezeptorstimulation. Diese Verfahren sind noch nicht im klinischen Alltag etabliert, sondern werden derzeit noch im Rahmen von klinischen Studien durchgeführt.

„Die interventionellen Verfahren müssen weiter erforscht werden, damit wir für Patientinnen und Patienten, bei denen keine medikamentösen Blutdrucksenker wirken oder die diese nicht vertragen, Therapieoptionen haben und ihr hohes Risiko für gefährliche Folgeerkrankungen minimieren“, erklärt Weil. Eine wesentliche Aufgabe der Arbeitsgruppe unter dem Dach der Europäischen Bluthochdruckgesellschaft sei es, die interventionelle Hochdrucktherapie in Europa weiter zu entwickeln. Hierzu seien verschiedene Aktivitäten wie Workshops, Konferenzen und die Erstellung von Konsensus-Statements geplant. „Es ist mir eine große Ehre, auf europäischer Ebene die Entwicklung einer neuen Therapieform zu begleiten. Die interventionelle Hochdrucktherapie wird in Zukunft ein wichtiger Baustein bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit arterieller Hypertonie sein.“