Josef Koncz-Preis 202315. Februar 2023 Dr. rer. nat. Jessica Isabel Selig, Nachwuchsgruppenleiterin ‚Cardiac Tissue Engineering with Automated Bioreactor Systems’ an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Foto: Jessica Isabel Selig Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie verlieh, gemeinsam mit Abbott Medical, im Rahmen der 52. Jahrestagung 2023 in Hamburg, den mit 5.000 Euro dotierten Josef Koncz-Preis an Dr. rer. nat. Jessica Isabel Selig (35), Nachwuchsgruppenleiterin ‚Cardiac Tissue Engineering with Automated Bioreactor Systems’ an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf, für ihre Arbeit Crosstalk of Diabetic Conditions with Static Versus Dynamic Flow Environment—Impact on Aortic Valve Remodeling. Alljährlich würdigt die DGTHG die besonderen Leistungen von Ärzt:innen sowie Wissenschaftler:innen mit renommierten medizinischen Forschungspreisen, die im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Jahrestagung durch den DGTHG-Sekretär Prof. Dr. Andreas Markewitz übergeben werden. In diesem Jahr fand die Verleihung erstmalig nach der Pandemie wieder in Präsenz statt.Diabetes mellitus Typ 2 mit seinen adversen Effekten auf die Herzklappenmorphologie erlangte aufgrund seiner stetig steigenden Prävalenz in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit in der Herzklappenforschung. Obwohl zahlreiche klinische Studien eine enge Assoziation von Diabetes und Aortenklappenstenose belegen, sind die zellulären Effekte noch unzureichend verstanden. Dr. Jessica Isabel Selig untersuchte den Einfluss von diabetischen Bedingungen wie Hyperinsulinämie und Hyperglykämie in intaktem Herzklappengewebe sowohl in einer statischen als auch einer dynamischen Kultivierungsumgebung. Dabei wurde die komplexe native Bewegung der Aortenklappe mit Hilfe eines softwaregesteuerten Bioreaktorsystems nachgeahmt, das den pulsatilen Fluss simuliert, und Kultivierungsparameter wie Temperatur, Sauerstoffgehalt und Druck auf der Klappe kontrolliert. Die dynamische Kultivierungsumgebung führte im Vergleich zur statischen Kultivierung zu einer stärkeren Fibrose des Aortenklappengewebes. Die diabetischen Bedingungen beeinflussten die Expression von Differenzierungsmarkern und extrazellulären Matrixmolekülen, beides Anzeichen einer Degeneration, auf einer umgebungsabhängigen Weise. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Hyperinsulinämie und Hyperglykämie Insulinsignalwege in den Zellen des Gewebes beeinflussen und zu einer erworbenen Insulinresistenz führen. „Diese Erkenntnisse unterstreichen das komplexe Zusammenspiel von biomechanischen und metabolischen Faktoren bei der Initiierung und Progression der Aortenklappenstenose“, erklärt Dr. rer. nat. Jessica Isabel Selig.
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