Journalisten für Beiträge über O&U-Themen ausgezeichnet

Die ausgezeichneten Journalisten Rüdiger Braun, Sabine Hoffmann und Iris Bettray (v.l.) mit der Moderatorin Tanja Samrotzki. (Foto: Biermann Medizin, hr)

Der Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie, der auf dem DKOU vergeben wird, zeichnet in diesem Jahr drei Beiträge aus zum Wunder der Hand, der Notsituation im Krankenhaus und der Vorbereitung auf den Krisenfall.

DGOU und BVOU haben 2022 die Qual der Wahl unter einer Vielzahl eingereichter Beiträge gehabt und sich entschieden gleich drei herausragende Beiträge mit dem Deutschen Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie auszuzeichnen. Die Preise gingen an die Medienschaffenden Iris Bettray, Rüdiger Braun und Sabine Hoffmann. „Die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wirken sich auch gravierend auf die Orthopädie und Unfallchirurgie aus. Es war uns ein besonderes Anliegen, neben einem exzellenten Artikel aus der klassischen Orthopädie auch Beiträge zu würdigen, die diese schwierige Situation überzeugend dargestellt haben“, fasste der Juryvorsitzende Prof. Karsten E. Dreinhöfer das Ergebnis der Jurysitzung zusammen. Die Preisverleihung fand bei der abendlichen Eröffnungsveranstaltung des DKOU statt. Im Folgenden die jeweiligen Jurybegründungen:

Rüdiger Braun: Das Wunder der Hand, My Life 
Die menschliche Hand ist ein Wunderwerk: Sie besteht aus 27 Einzelknochen, Sehnen, Bändern, Nerven und Muskeln – das Zusammenspiel aller Teile ist äußerst komplex. Der Autor Rüdiger Braun widmet sich diesem Thema in der Apothekenzeitschrift My life und beschreibt in beeindruckender Weise die vielfältigen Funktionen: Vom Bergsteigen bis hin zum feinmotorischen Spielen eines Instruments. Die Beweglichkeit und Präzision macht Braun dem Leser von der Evolution bis hin zur Roboterhand in anschaulicher und informativer Art deutlich. Ist die Hand einmal verletzt, kann die Medizin heute durch Operationen und rehabilitative Maßnahmen viel erreichen: Vom Wiedererlangen der Beweglichkeit bis hin zur Rekonstruktion. 

Iris Bettray: Einsatzbereitschaft  im Krisenfall, Sagamedia für RTL
Der Beitrag berichtet über die Vorbereitung des Sanitätsregimentes auf den europäischen Konflikt. Im Ernstfall muss die Rettungskette für die humanitäre Hilfe bereitstehen, ob im Katastrophenfall, bei einem Terroranschlag oder im Krieg. Der Film zeigt das breite Aufgabenspektrum in der Orthopädie und Unfallchirurgie und die Anforderung, sich schnell und professionell auf sich wandelnde hochkomplexe Aufgaben und logistische Herausforderungen einzustellen. Der Einblick ist ungewöhnlich und ergreifend, wenn es darum geht, wie sich spezialisierte Ärzte auf den Einsatz in Krisengebieten vorbereiten. Durch das hochaktuelle Thema und die Vernetzung mehrerer Ebenen fesselt der Film die Zuschauenden bis zum Schluss.

Sabine Hoffmann: Krieg + Corona + Personalmangel + Streiks = Kollaps, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 
Der Artikel zeigt eine aktuelle Belastungssituation an Kliniken in Deutschland. Während Patienten sich auf eine qualitative hochwertige Versorgung verlassen, kämpfen Kliniken Tag für Tag darum, den Alltagsbetrieb aufrecht zu erhalten. Denn aufgrund der Corona-Pandemie, des Personalnotstands und zusätzlichen Warnstreikaktionen mangelt es akut an Personal. Gleichzeitig werden kriegsverletzte Patienten erwartet, deren Versorgung besonders zeitintensiv ist. Der exzellent recherchierte Beitrag beschreibt die vielen Faktoren, die zur dargestellten Problematik führen und beleuchtet komplexe Zusammenhänge.

Seit 2010 würdigt der JOU jährlich herausragende Medienbeiträge zu orthopädisch-unfallchirurgischen Themen aus den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen und Online. Der achtköpfigen Jury 2022 lagen 25 Bewerbungen vor. Jeder der Preisträger erhielt eine Dotation von 2000 Euro.