Kann körpereigenes Darmhormon Gefäße vor Arteriosklerose schützen?21. Juni 2018 Dr. Florian Kahles Medizinische Klinik I – Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum Aachen. Foto: privat Aachener Mediziner erhält Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis der Deutschen Herzstiftung für seine Arbeit zu Inkretinhormon GIP GIP (glucose-dependent insulinotropic peptide) wird physiologisch nach Nahrungsaufnahme im Darm gebildet und reguliert durch Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse den Blutzuckerspiegel (Inkretin-Effekt). Dr. Florian Kahles vom Universitätsklinikum Aachen (aktuell Forschungsstipendiat an der Harvard University in Boston, USA) und seine Kollegen haben in ihrer Forschungsarbeit „The incretin hormone GIP is upregulated in patients with atherosclerosis and stabilizes plaques in ApoE-/- mice by blocking monocyte/macrophage activation” die Rolle des körpereigenen Darmhormons GIP im Rahmen der Arteriosklerose-Entstehung untersucht. Für diese Forschungsleistung wurde Kahles von der Deutschen Herzstiftung mit dem Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis (Dotation: 6000 Euro) ausgezeichnet. Die Forschungsgruppe konnte zeigen, dass GIP nicht nur den Blutzucker steuern kann, sondern schützende Eigenschaften in Bezug auf die Arteriosklerose-Entstehung aufweist. GIP vermittelte im Tierexperiment eine Hemmung der Aufnahme von Entzündungszellen in die Blutgefäße und konnte die Ausschüttung entzündlicher Botenstoffe reduzieren. Hierdurch konnte eine verbesserte Plaquestabilität erreicht werden. Die Tatsache, dass GIP-Konzentrationen im Blut von Patienten mit vorbestehender Arteriosklerose (Analyse von über 700 Patienten mit Arteriosklerose der Kardiovaskulären Biobank am Uniklinikum Aachen) erhöht sind, könnte darauf hindeuten, dass GIP unabhängig von seiner Rolle für den Blutzucker ein körpereigenes entzündungshemmendes und gefäßschützendes Hormon ist, das einen neuen Therapieansatz zur Behandlung der Arteriosklerose darstellen könnte. Weitere klinische Studien werden benötigt, um zu klären ob durch entsprechende Interventionen bei KHK-Patienten Herzinfarkte verhindert werden könnten. Publikation: Kahles F et al. The incretin hormone GIP is upregulated in patients with atherosclerosis and stabilizes plaques in ApoE-/- mice by blocking monocyte/macrophage activation. Mol Metab. 2018 May 23. pii: S2212-8778(18)30305-3. doi: 10.1016/j.molmet.2018.05.014. [Epub ahead of print]
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