Kann man mit einer künstlichen Nase sogar CoVID-19-Erkrankungen „riechen“?23. September 2020 Beispielhafte Sensoranordnung. Foto: S. Füssel für TU Dresden Unter dem Motto „Intelligente Nasen“ war ein an der TU Dresden organisierter internationaler Workshop dem künstlichen Riechen auf der Spur. Dabei wurde auch die Frage diskutiert, inwieweit es mit technischen Mitteln möglich ist, in der ausgeatmeten Luft einer Person festzustellen, ob Hinweise auf eine CoVID-19-Erkrankung vorliegen könnten. Stimuliert von Impulsvorträgen und Präsentationen von international führenden Forscherinnen und Forschern diskutieren die mehr als 25 Teilnehmer, die aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien und den USA stammen, dieses visionäre Arbeitsgebiet, das Medizin, Psychologie und Elektronik zusammenbringt. Rahmen für den als Hybridveranstaltung mit zahlreichen virtuell teilnehmenden Expertinnen und Experten durchgeführten Workshop ist die ebenfalls in dieser Woche stattfindende Konferenz der European Chemoreception Research Organization (ECRO 2020).Der menschliche Geruchssinn als äußerst effizientes sensorisches System hat schon lange die Suche nach einem elektronischen Analogon inspiriert. Früh erkannte man, dass eine solche künstliche Nase die Einbeziehung menschlichen Erlebens erfordert. Das von der VolkswagenStiftung geförderte Forschungsprojekt „Olfactorial Perceptronics“, in dessen Rahmen der Workshop organisiert wird, hat sich zum Ziel gesetzt, eine innovative Verbindung zwischen elektronischen Sensoren und menschlicher Wahrnehmung herzustellen. Das Projekt vereint Expertenwissen verschiedener Disziplinen und besteht als Kooperation zwischen dem Institut für Werkstoffwissenschaft an der Technischen Universität Dresden sowie dem Zentrum für Riechen und Schmecken und der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.„Das visionäre Konzept einer künstlichen Nase bringt physiologische und psychologische Aspekte der Wahrnehmung mit den jüngsten Entwicklungen in der Elektronik zusammen. Ein Durchbruch der Wahrnehmungselektronik, wir sprechen hier von der Perceptronics, kann nur in einer konzertierten Anstrengung von Wissenschaft, Technik und Medizin, die stringent auf den jüngsten Fortschritten in Nanotechnologie und künstliche Intelligenz aufbaut, gelingen”, so Prof. Gianaurelio Cuniberti, der das Vorhaben koordiniert. Laut Cuniberti ist die Etablierung einer Workshopreihe geplant, in der bei jährlich stattfindenden Veranstaltungen die Fortschritte in diesem sich dynamisch entwickelnden Feld diskutiert werden sollen.
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