Kardiale Dysfunktion nach Brustkrebs: Rolle der kardiotoxischen Therapie und kardiovaskuläre Risikofaktoren13. Mai 2025 Bild: ©Arfa_Media generiert mit KI – stock.adobe.com Diverse Brustkrebs-Therapien wirken bekanntlich kardiotoxisch. Dazu zählen Anthrazykline, Trastuzumab/Pertuzumab und Bestrahlung. Da bisher wenig über die langfristigen Risiken bekannt war, konnten keine Leitlinien zur Überwachung der Überlebenden entwickelt werden. Eine aktuelle Studie spricht nun für eine echokardiographische Überwachung über mehrere Jahre nach kardiotoxischer Therapie. Zudem sollte untersucht werden, was es in punkto Risikominimierung bringt, kardiovaskuläre Risikofaktoren zu kontrollieren, ergänzen die Forscher um Dr. Geoffrey Bostany vom Institute for Cancer Outcomes and Survivorship in Birmingham, USA. In ihrer Studie unterzogen sich Brustkrebspatientinnen nach Abschluss einer kardiotoxischen Therapie alle 2 Jahre einem echokardiographischen Screening. Dabei wurde eine neu aufgetretene kardiale Dysfunktion als linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) <50% nach Beginn der kardiotoxischen Therapie definiert, die früh oder spät auftreten konnte. Das Team wertete 2808 Echokardiogramme von 829 Frauen aus. Wie die Autoren berichten, betrugen das mediane Alter bei der Brustkrebsdiagnose 54,2 Jahre (Spanne 20,3–86,3) und das mediane Follow-up 8,6 Jahre (Spanne 1,8–39,8). Von den Teilnehmerinnen erhielten 39,7 % Anthrazykline, 16 % Trastuzumab/Pertuzumab, 6,2 % sowohl Anthrazykline als auch Trastuzumab/Pertuzumab und 38,1 % lediglich eine Bestrahlung. Bei der kumulativen Inzidenz kardialer Dysfunktion verzeichneten die Forscher – ab Beginn der kardiotoxischen Therapie – einen Anstieg von 1,8 % nach 2 Jahren auf 15,3 % nach 15 Jahren. Die multivariable Cox-Regressionsanalyse ergab die folgenden Risikofaktoren: nichthispanisch schwarz (HR 2,15; 95 %-KI 1,37–3,38), kardiotoxische Therapien (Anthrazykline: HR 2,35; 95 %-KI 1,25–4,4; Anthrazykline und Trastuzumab/Pertuzumab: HR 3,92; 95-KI 1,74–8,85; Referenz: alleinige Bestrahlung der linken Brust), selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (HR 2,0; 95 %-KI 1,2–3,33) und vor der Krebserkrankung bestehende Hypertonie (HR 3,16; 95 %-KI 1,63–6,1). Spät trat eine kardiale Dysfunktion am häufigsten bei Patientinnen auf, die gegenüber Anthrazyklinen und Bestrahlung exponiert waren, früh am häufigsten bei jenen, die Anthrazykline und Trastuzumab/Pertuzumab erhielten. Unter denjenigen, deren Behandlung Trastuzumab/Pertuzumab umfasste, war die Prävalenz sowohl früh als auch spät einsetzender kardialer Dysfunktion gleich. Adjustierte Längsschnittanalysen hätten eine jährliche Abnahme der LVEF um 0,29 % (p=0,009) über 20 Jahre nach der Brustkrebsdiagnose gezeigt, ergänzt das Team. (sf) Autoren: Bostany G et al.Korrespondenz: Dr. Smita Bhatia; [email protected]Studie: Cardiac Dysfunction Among Breast Cancer Survivors: Role of Cardiotoxic Therapy and Cardiovascular Risk FactorsQuelle: J Clin Oncol 2025;43(1):32–45.Web: doi.org/10.1200/JCO.23.01779
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