Kardiogener Schock nach akutem Myokardinfarkt: Noradrenalin günstiger als Adrenalin

Herzkrankheiten
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Französische Wissenschaftler um Dr. Bruno Levy vom Universitätsklinikum Nancy haben Wirksamkeit und Sicherheit von Adrenalin und Noradrenalin bei Patienten mit kardiogenem Schock (CS) nach akutem Myokardinfarkt verglichen. Sie kommen zu dem Schluss, dass Adrenalin im Vergleich zu Noradrenalin mit ähnlichen Auswirkungen auf den arteriellen Druck und den Herzindex, jedoch einer höheren Inzidenz von refraktärem Schock verbunden war.

Als primären Wirksamkeits­endpunkt hatten sie die Entwicklung des Herzindex festgelegt, als primären Sicherheitsendpunkt das Auftreten von refraktärem CS. Ein refraktärer CS wurde definiert als CS mit anhaltender Hypotonie, Endorganhypoperfusion und Hyperlaktatämie sowie hohen Inotropika- und Vasopressor-Dosen.

Die Autoren konnten 57 Patienten für die Studienarme mit Adrenalin bzw. Noradrenalin randomisieren. Die Entwicklung des Herzindexes sei zwischen den beiden Gruppen ab der Basislinie (H0) bis H72 ähnlich gewesen (p=0,43), berichten sie. Die beobachtete höhere Inzidenz von refraktärem Schock in der Adrenalin-Gruppe (10/27 [37 %] vs. Noradrenalin 2/30 [7 %]; p=0,008) führte allerdings zum vorzeitigen Abbruch der Studie.

Die Herzfrequenz stieg mit Adrenalin signifikant von H2 auf H24, während sie mit Noradrenalin unverändert blieb (p<0,0001). Mehrere metabolische Veränderungen stuften die Studienautoren bei Adrenalin im Vergleich zu Noradrenalin als ungünstig, darunter ein Anstieg des kardialen Doppelproduktes (p=0,0002) und der Laktat­azidose von H2 auf H24 (p<0,0001).

Fazit
Bei Patienten mit CS als Folge eines akuten Myokardinfarkts war die Anwendung von Adrenalin im Vergleich zu Noradrenalin mit ähnlichen Auswirkungen auf den arteriellen Druck und den Herzindex sowie mit einer höheren Inzidenz von refraktärem Schock verbunden.

Autoren: Levy B et al.
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Studie: Epinephrine Versus Norepinephrine for Cardiogenic Shock After Acute Myocardial Infarction
Quelle: J Am Coll Cardiol 2018;72(2):173–182.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2018.04.051