Kardiomyopathie plus Vorhofflimmern: Schlechtere Outcomes mit ischämischer Kardiomyopathie31. Oktober 2019 © WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com Bekanntlich geht eine kongestive Herzinsuffizienz (CHF) häufig mit nicht valvulärem Vorhofflimmern (AF) einher. Ein internationales Team um Dr. Ramon Corbalan von der Catholic University School of Medicine im chilenischen Santiago hat sich anhand des prospektiven, nicht interventionellen GARFIELD-AF-Registers angesehen, wie diese Kombination Behandlungsstrategien und -ergebnisse nach 1-jähriger Nachbeobachtung beeinflusst. Dabei wurde die CHF nach der Ätiologie stratifiziert (ischämische Kardiomyopathie [ICM] vs. nicht ischämische Kardiomyopathie [NICM]). Wie sich zeigte, erhielten Patienten mit ICM seltener orale Antikoagulanzien mit oder ohne Thrombozytenaggregationshemmer und häufiger nur Thrombozytenaggregationshemmer als Patienten mit NICM und hatten in punkto Mortalität aller Ursachen und kardiovaskuläre Mortalität ein schlechteres Outcome. Die Studie im Detail: In das GARFIELD-AF-Register waren zwischen März 2010 und August 2016 insgesamt 52.014 Patienten mit VHF aufgenommen worden (Durchschnittsalter 71 Jahre; 22.987 Frauen [44,2%]; 31.958 weiß [61,4%]). Insgesamt schlossen die Autoren 11.738 Patienten ab 18 Jahren mit neu diagnostiziertem VHF (≤6 Wochen) und ≥1 vom Prüfer bestimmten Schlaganfallrisikofaktor ein. Die Ereignisraten pro 100 Personenjahre schätzten sie anhand des Poisson-Modells und der Cox-Hazard-Ratios (HRs) und 95%-Konfidenzintervalle ab. Von den 11.738 Patienten mit CHF hatten 4717 (40,2%) eine ICM und 7021 (59,8%) eine NICM. Corbalan und seine Kollegen stellten fest, dass die Verschreibung von oralen Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern zwischen den Gruppen nicht ausgewogen war. Orale Antikoagulanzien mit/ohne Thrombozytenaggregationshemmer wurden bei 2753 Patienten mit ICM (60,1%) und 5082 Patienten mit NICM (73,7%) angewendet. Thrombozytenaggregationshemmer allein wurden bei 1576 Patienten mit ICM (34,4%) und 1071 Patienten mit NICM (15,5%) verschrieben. Im Vergleich zu Patienten mit NICM war der Einsatz von ACE-Hemmern/Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARB) (72,6% [3439] vs. 60,3% [4236]) und von β-Blockern (63,3% [2988] vs. 53,2% [3737]) bei Patienten mit ICM höher. In der ICM-Gruppe waren die Raten der Mortalität aller Ursachen und der kardiovaskulären Mortalität/100 Patientenjahre signifikant höher (Tod aller Ursachen: ICM 10,2; 95%-Konfidenzintervall [KI] 9,2–11,1; NICM 7,0; 95%-KI 6,4–7,6; kardiovaskulärer Tod: ICM 5,1; 95%-KI 4,5–5,9; NICM, 2,9; 95%-KI 2,5–3,4). Auch waren die Raten an Schlaganfällen/systemischen Embolien in ICM-Gruppen tendenziell höher als in NICM-Gruppen (ICM 2,0; 95%-KI 1,6–2,5; NICM 1,5; 95%-KI 1,3–1,9). Darüber hinaus waren die Raten an schweren Blutungen in der ICM-Gruppe signifikant höher (1,1; 95%-KI 0,8–1,4) als in der NICM-Gruppe (0,7; 95%-KI 0,5–0,9). Fazit Patienten mit ICM erhalten seltener orale Antikoagulanzien mit oder ohne Thrombozytenaggregationshemmer und häufiger nur Thrombozytenaggregationshemmer als Patienten mit NICM und hatten in punkto Mortalität aller Ursachen und kardiovaskuläre Mortalität ein schlechteres Outcome. (sf) Autoren: Corbalan R et al. Korrespondenz: Ramon Corbalan; [email protected] Studie: Analysis of Outcomes in Ischemic vs Nonischemic Cardiomyopathy in Patients With Atrial Fibrillation: A Report From the GARFIELD-AF Registry Quelle: JAMA Cardiol 2019;4(6):526–548. Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2018.4729