Kardioprotektion durch Bisphosphonate

© RFBSIP – stock.adobe.com (Symbolbild)

Die kardiovaskuläre (CV) Sicherheit von oralen Bisphosphonaten (oBPs) ist nicht abschließend geklärt. Ein dänische Kohortenstudie hat nun das Risiko von CV-Ereignissen bei oBP-Anwendern, die zur Messung der Knochenmineraldichte (BMD) überwiesen wurden, untersucht.

Für die Studie wurden Daten aus dem dänischen nationalen Verschreibungsregister sowie Krankenhausdaten aus der dänischen Stadt Odense verwendet. Die Probanden waren >45 Jahre alt und erhielten oBPs. Primäres Ergebnis waren Krankenhausaufenthalte wegen jeglicher CV-Ereignise. Sekundäre Studienergebnisse waren spezifische CV-Ereignisse.

Es wurden 2565 oBP-Anwender (82,6% Frauen) und 4568 Kontrollen (82,3% Frauen) in die Studie einbezogen. Alendronat machte 96% der oBP-Verschreibungen aus. Bei oBP-Anwendern traten insgesamt 406 (15,8%) CV-Ereignisse auf und 837 (18,3%) Ereignisse in der Kontrollgruppe mit einer angepassten Hazard Ratio (HR) von 0,68, 95%-Konfidenzintervall (KI) 0,60–0,77.

Eine zusätzliche Anpassung der BMD schwächte die Schätzungen nicht ab (HR 0,67; 95%-KI 0,58–0,78). Ähnliche Ergebnisse wurden für sekundäre Endpunkte beobachtet, bei denen Risikominderungen in Bezug auf Vorhofflimmern, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Aneurysmen beobachtet wurden.

Fazit
Anwender von oBPs hatten ein um 33% reduziertes Risiko für CV-Ereignisse. Die beobachtende Real-World-Studie ergänzt somit die wachsende Evidenz für die Kardioprotektion durch oBPs, die laut der Studienautoren Tests in einer randomisierten Umgebung rechtfertigen würden. (rl)

Autoren: Rodríguez AJ et al.
Korrespondenz: Alexander J. Rodríguez; [email protected]
Studie: Oral Bisphosphonate use Reduces Cardiovascular Events in a Cohort of Danish Patients Referred for Bone Mineral Density
Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2020; 1.Oktober;105(10)
Web: https://doi.org/10.1210/clinem/dgaa481