Kardiovaskuläre Ereignisse bei Typ-2-Diabetes: Frühere Kontrolle ohne Vorteil

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Typ-2-Diabetiker, die randomisiert über 5,6 Jahre einer intensiven Glukosekontrolle unterzogen worden waren, zeigen nach insgesamt 15 Jahren Nachbeobachtung kein geringeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als diejenigen, die im selben Zeitraum eine Standardtherapie erhalten hatten. Es konnte nach 15 Jahren weder ein Nachweis für einen Legacy-Effekt noch ein Mortalitätsvorteil aufgrund der intensiven Glukosekontrolle gefunden werden.

Im Rahmen ihrer Studie hatten Dr. Peter Reaven vom Phoenix Veterans Affairs (VA) Health Care System und seine Kollegen 1791 Veteranen untersucht. Hierzu wurden unter anderem die HbA1c-Kurven verglichen. Die gesamte Kohorte (GK) wurde beobachtet, indem über zentrale Datenbanken kardiovaskuläre Ereignisse, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle ermittelt wurden. Zudem wurden die Patienten gefragt, ob sie dazu bereit wären, weitere Daten im Rahmen von Umfragen und der Bereitstellung von Aufzeichnungen beizusteuern (Umfrage-Kohorte [UK]).

Als primäre Endpunkte der Studie wurden gravierende kardiovaskuläre Ereignisse festgelegt, die Mortalität aller Ursachen als sekundärer Endpunkt.

Insgesamt befanden sich 1655 Patienten in der GK und 1391 in der UK. Während der Studie mit ursprünglich 1791 Teilnehmern zeigte eine Betrachtung der HbA1c-Kurven einen Unterschied von durchschnittlich 1,5 Prozentpunkten zwischen den Gruppen mit intensiver (892 Patienten) und Standard-Glukosekontrolle (899 Patienten). Dieser Unterschied war 3 Jahre, nachdem die Studie geendet hatte, auf 0,2–0,3 Prozentpunkte geschrumpft.

Nach 10 Jahren Nachbeobachtung (Intervention + Follow-up) hatte eine intensive Glukosekontrolle über im Median 5,6 Jahre das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse im Vergleich zur Standard­kontrolle signifikant um 17% reduziert. Diese Ergebnisse waren bereits zuvor publiziert worden.

Nach nunmehr 15 Jahren zeigte sich kein verringertes Risiko für gravierende kardiovaskuläre Ereignisse oder Tod zwischen der Gruppe mit intensiver und jener mit Standard-Glukosekontrolle (Hazard Ratio [HR] für den primären Endpunkt 0,91; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,78–1,06; p=0,23; HR für Tod 1,02; 95%-KI 0,88–1,18).

Das Risiko für eine gravierende kardiovaskuläre Erkrankung war während des Zeitraumes, in dem sich die HbA1c-Kurven unterschieden, reduziert (HR 0,83; 95%-KI 0,7–0,99). Dieser Vorteil zeigte sich allerdings nicht mehr, nachdem sich die Werte einander anpassten (HR 1,26; 95%-KI 0,90–1,75).

Fazit
Typ-2-Diabetiker, die randomisiert über 5,6 Jahre einer intensiven Glukosekontrolle unterzogen worden waren, zeigen nach insgesamt 15 Jahren Nachbeobachtung kein geringeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als diejenigen, die im selben Zeitraum eine Standardtherapie erhalten hatten. (sh)

Autoren: Reaven PD et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Intensive Glucose Control in Patients with Type 2 Diabetes – 15-Year Follow-up
Quelle: N Engl J Med 2019;380(23):2215–2224.
Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa1806802