Kardiovaskuläre Risikoreduktion durch Plaqueregression

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Eine kanadische Forschungsgruppe ging in einem systematischen Review mit Meta-Regressionsanalyse dem Zusammenhang zwischen Veränderungen der atherosklerotischen Plaque, die durch lipidsenkende Therapien (LLTs) hervorgerufen werden, und der Verringerung von schweren kardiovaskulären Ereignissen (MACEs) auf den Grund.

Erstautorin Iulia Iatan vom St. Paul’s Hospital und der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) und Kollegen führten eine umfassende, systematische Suche nach Veröffentlichungen in PubMed, Embase, Cochrane Central Register of Controlled Trials und Web of Science durch. Sie bezogen klinische, prospektive Studien über LLTs ein, die über eine Veränderung des prozentualen Atheromvolumens (PAV) berichteten, das mittels intravaskulärem Ultraschall (IVUS) gemessen wurde, und die MACE-Komponenten beschrieben. Inkludierte Studien wurden zwischen Juli 2001 und Juli 2022 veröffentlicht und hatten eine Studiendauer von 11–104 Wochen.

Das Durchschnittsalter der Patienten reichte von 55,8 ±9,8 bis 70,2 ±7,6 Jahren und die Anzahl der männlichen Patienten von 48,3–92,3%. Die Veränderung des PAV in den 46 Studienarmen reichte von −5,6 bis 3,1%. Die Zahl der MACEs reichte von 0–72/Studienarm (17 Gruppen [37%] berichteten über keine Ereignisse, 9 [20%] über 1–2 Ereignisse und 20 [43%] über ≥3 Ereignisse).

In einer unbereinigten Analyse verzeichneten Iatan et al. eine Assoziation zwischen einem Rückgang des mittleren PAV um 1% mit einer um 17% verringerten Wahrscheinlichkeit von MACE (unbereinigte OR 0,83; 95%-KI 0,71–0,98; p=0,03) und in der bereinigten Analyse mit einer 14%igen Verringerung der MACE (bereinigte OR 0,86; 95%-KI 0,75–1,00; p=0,050). Eine weitere Anpassung für kardiovaskuläre Risikofaktoren ergab ein um 19% verringertes Risiko (bereinigte OR 0,81; 95%-KI 0,68–0,96; p=0,01) pro 1%ige Abnahme des PAV. Schließlich war eine 1%-ige Verringerung der PAV zwischen Interventions- und Vergleichsgruppe innerhalb der Studien auch mit einer signifikanten 25%-igen Verringerung von MACEs verbunden (OR 0,75; 95 %-KI 0,56–1,00; p=0,046).

Fazit
Die Auswertung von 23 geeigneten Studien mit insgesamt 7407 Patienten zeigt, dass eine Rückbildung der atherosklerotischen Plaque um 1% mit einer 25%igen Verringerung der Wahrscheinlichkeit von MACEs assoziiert ist. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Veränderung des prozentualen Atheromvolumens ein Surrogatmarker für MACEs sein könnte, aber angesichts der Heterogenität der Ergebnisse sind zusätzliche Daten erforderlich“, betonen die Verfasser der in „JAMA Cardiology“ publizierten Studie. (ah)

Autoren: Iatan I et al.
Korrespndenz: G.B. John Mancini; [email protected]
Studie: Atherosclerotic Coronary Plaque Regression and Risk of Adverse Cardiovascular Events: A Systematic Review and Updated Meta-Regression Analysis
Quelle: JAMA Cardiol 2023;8(10):937–945.
Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2023.2731