Kardiovaskulärer Schutz bei Obstruktiver Schlafapnoe und Übergewicht17. Februar 2025 © DG PhotoStock – stock.adobe.com (Symbolbild) Die gesundheitlichen Vorteile von Tirzepatid – einem dualen Agonisten an den Rezeptoren von GIP und GLP-1 – bei Personen mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) und Adipositas verdeutlichen 2 randomisierte, kontrollierte Phase-III-Doppelblindstudien, deren Ergebnisse im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden. An den beiden Doppelblindstudien nahmen insgesamt 469 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer OSA und Adipositas teil. Probanden, die zu Studienbeginn keine Behandlung mit positivem Atemwegsdruck (PAP) erhielten, wurden in Studie 1 aufgenommen (n=234), Probanden mit PAP-Therapie zu Studienbeginn wurden in Studie 2 aufgenommen (n=235). In beiden Studien erhielten die Teilnehmer im Verhältnis 1:1 entweder die maximal verträgliche Dosis von Tirzepatid (10 mg oder 15 mg) oder Placebo für 52 Wochen. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI, Anzahl der Apnoen und Hypopnoen während 1 h Schlaf) vs. Ausgangswert. Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehörten die prozentuale Veränderung des AHI und des Körpergewichtes sowie Veränderungen der hypoxischen Belastung, der von den Patienten berichteten Beeinträchtigung und Störung des Schlafs, der Konzentration von hochsensitivem C-reaktiven Protein (hsCRP) und des systolischen Blutdrucks (SBP). Zu Beginn lag der mittlere AHI bei 51,5 Ereignissen/h in Studie 1 und 49,5 Ereignissen/h in Studie 2, sowie der mittlere Body-Mass-Index (BMI) bei 39,1 bzw. 38,7 kg/m2. In Studie 1 betrug die mittlere Veränderung des AHI in Woche 52 −25,3 Ereignisse/h (95%-KI −29,3 bis −21,2) unter Tirzepatid und −5,3 Ereignisse/h (95%-KI −9,4 bis −1,1) unter Placebo, was einem geschätzten Behandlungsunterschied von −20,0 Ereignissen/h (95%-KI −25,8 bis −14,2) entspricht (p<0,001). In Studie 2 beobachteten die Forscher eine mittlere Veränderung des AHI in Woche 52 um −29,3 Ereignisse/h (95%-KI −33,2 bis −25,4) unter Tirzepatid und um −5,5 Ereignisse/h (95%-KI −9,9 bis −1,2) unter Placebo, entsprechend einem geschätzten Behandlungsunterschied von −23,8 Ereignissen/h (95%-KI −29,6 bis −17,9; p<0,001). Unter Tirzepatid vs. Placebo wurden signifikante Verbesserungen der Messwerte für alle vordefinierten sekundären Endpunkte beobachtet. Die am häufigsten gemeldeten unerwünschten Ereignisse unter Tirzepatid waren gastrointestinaler Natur und meist von leichtem bis mittlerem Schweregrad. Fazit Im Vergleich zu Placebo führte Tirzepatid darin zu einer stärkeren Reduktion des Apnoe-Hypopnoe-Index, des Körpergewichtes, der hypoxischen Belastung, der Konzentration von hochsensitivem C-reaktiven Protein und des systolischen Blutdrucks sowie zu einer Verbesserung der schlafbezogenen, von den Patienten berichteten Ergebnisse. (ah) Autoren: Malhotra A et al. Korrespondenz: Atul Malhotra; [email protected] Studie: Tirzepatide for the Treatment of Obstructive Sleep Apnea and Obesity Quelle: N Engl J Med 2024;391:1193–1205. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2404881
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