Kardiovaskuläres renales metabolisches Syndrom: Anstieg der Fälle in den USA festgestellt

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Jeder dritte Erwachsene in den USA weist laut einer neuen Studie drei oder mehr Risikofaktoren für das kardiovaskuläre, renale und metabolische Syndrom (CKM) auf.

In der neuen Studie untersuchten Prof. Tarang Parekh und Kollegen vom Houston Methodist Hospital und von der Harvard Medical School, USA, die Prävalenz des CKM-Syndroms auf US-Bundesstaatsebene. Dabei verwendeten sie Selbstauskünfte des Behavioral Risk Factors Surveillance System der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) aus den Jahren 2011 bis 2023. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „JACC: Advances“ veröffentlicht.

Das CKM-Syndrom wurde erstmals 2023 von der US-amerikanischen Organisation American Heart Association (AHA) anerkannt und verbindet die Herz- und Stoffwechselgesundheit mit der Nierenfunktion als miteinander verbundene Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD). CKM verläuft wie viele chronische Erkrankungen in Stadien. Stadium 0 bedeutet, dass keine Krankheit vorliegt. Im Stadium 1 sind Betroffene übergewichtig (Body-Mass-Index ≥25 kg/m²) oder haben einen Prädiabetes-Status. In den Stadien 2 und 3 treten Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes oder eine Kombination von Risikofaktoren auf, die das Risiko für CVD drastisch erhöhen. In Stadium 4 liegt zusätzlich eine klinisch manifeste CVD vor (Myokardinfarkt, Koronare Herzkrankheit, Angina pectoris, Schlaganfall).

Seit zwölf Jahren kein Rückgang

Die Analyse ergab, dass 80 Prozent der US-Bevölkerung an einer Form des CKM-Syndroms leiden. Außerdem stellten die Forscher fest: In den letzten zwölf Jahren verzeichnete kein einziger Bundesstaat einen Rückgang der CKM-Raten.

Der US-Bundesstaat West Virginia wies die höchste Prävalenz auf: Bis 2023 waren fast 87 Prozent der Einwohner betroffen. Delaware folgte dicht dahinter, wo die Raten im gleichen Zeitraum von 76 Prozent auf 83 Prozent stiegen. Colorado verzeichnete die niedrigste Rate: Fast 72 Prozent der Bevölkerung waren betroffen. Insgesamt waren die CKM-Raten im Mittleren Westen und im Süden am höchsten. „Dort sehen wir die Diagnose einer klinischen CVD, darunter Herzinsuffizienz, Schlaganfall, koronare Herzkrankheit oder Nierenversagen“, so Parekh.

Die Analyse ergab weiterhin, dass in fast 50 Prozent der US-Bundesstaaten eine erhöhte Prävalenz von CKM in den Stadien 1 bis 3 zu verzeichnen war. Während die Raten im Stadium 4 landesweit stetig sanken, bildete Minnesota eine Ausnahme mit deutlichen Anstiegen im gefährlichsten Stadium der Erkrankung. „Das ist ein alarmierender Trend, der auf unser fragmentiertes Gesundheitssystem zurückzuführen ist“, kommentiert Parekh.

Verlangsamung des Krankheitsverlaufs

Routinemäßige Gesundheitsuntersuchungen seien entscheidend, um den Krankheitsverlauf von CKM zu verlangsamen und CVD zu reduzieren, so die Autoren. „Wir müssen die Öffentlichkeit über die Zusammenhänge dieser Erkrankungen aufklären, damit sie erkennt, dass das CKM-Syndrom mehr ist als nur die isolierte Behandlung von Adipositas, Diabetes oder CVD“, betont Parekh und fügt hinzu: „Ohne Änderungen des Lebensstils und des Verhaltens kann sich ein Risikofaktor zu mehreren weiteren Faktoren entwickeln.“