Kardiovaskuläres Risiko: Weniger Sekundärereignisse mit konsequenter CPAP-Therapie

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Wissenschaftler aus Spanien eruierten in einer aktuellen Metaanalyse, ob der konsequente Einsatz eines kontinuier­lichen positiven Atemwegsdrucks (CPAP) bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) die Rate von sekundären schwerwiegenden unerwünschten kardialen und zerebrovaskulären Ereignissen (MACCE) reduzieren kann.

Erstautor Manuel Sánchez-de-la-Torre und Kollegen durchsuchten dazu systematisch verschiedene Literatur-Datenbanken bis zum 22. Juni 2023. Als geeignet für ihr qualitative Metaanalyse und die Metaanalyse individueller Teilnehmerdaten (IPD) erachteten sie randomisierte klinische Studien, die sich mit der therapeutischen Wirkung von CPAP auf kardiovaskuläre Ergebnisse und die Sterblichkeit bei Erwachsenen mit kardiovaskulären Erkrankungen und OSA befassten. Unabhängig voneinander überprüften 2 Gutachter die Datensätze, werteten potenziell in Frage kommende Primärstudien im Volltext aus, extrahierten Daten und überprüften auf Fehler.

Die Autoren forderten die IPD der ausgewählten Studien (SAVE, ISAACC und RICCADSA) an. Die Metaanalyse dieser erfolgte 1- und 2-stufig, um die Wirkung der CPAP-Behandlung auf das Risiko rezidivierender MACCE mithilfe von Cox-Regressionsmodellen mit gemischtem Effekt zu schätzen. Über eine zusätzliche spezielle On-Treatment-Analyse bewerteten Sánchez-de-la-Torre et al. den Effekt einer guten CPAP-Adhärenz (≥4 h/Tag).

Insgesamt wurden 4186 einzelne Teilnehmer ausgewertet (82,1% Männer; mittlerer Body-Mass-Index 28,9 ±4,5 kg/m²; mittleres Alter 61,2 ±8,7 Jahre). Der mittlere Apnoe-Hypopnoe-Index betrug 31,2 ±17 Ereignisse/h, 71% der Teilnehmer waren Hypertoniker. Rund die Hälfte (50,1%) der inkludierten Patienten erhielt eine CPAP mit einer mittleren Adhärenz von 3,1 ±2,4 h/Tag, während der anderen Hälfte (49,9%) die Standardversorgung ohne CPAP zu Teil wurde. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 3,25 ±1,8 Jahre.

Ein erstes MACCE (Hauptergebnis) trat in den Gruppen mit und ohne CPAP ähnlich häufig auf (HR 1,01; 95%-KI 0,87–1,17). Die On-Treatment-Analyse ergab in der Metaanalyse jedoch ein geringeres Risiko für MACCE bei guter CPAP-Adhärenz (HR 0,69; 95%-KI 0,52–0,92).

Fazit
Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass die CPAP-Therapietreue ein Schlüsselfaktor für die kardiovaskuläre Sekundär­prävention ist. (ah)

Autoren: Sánchez-de-la-Torre M et al.
Korrespondenz: Ferran Barbé; [email protected]
Studie: Adherence to CPAP Treatment and the Risk of Recurrent Cardiovascular Events: A Meta-Analysis
Quelle: JAMA 2023;330(13):1255–1265.
Web: https://doi.org/10.1001/jama.2023.17465