Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau20. Januar 2026 Der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Foto: DAK/Läufer Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert. Krankheitsausfälle bei der Arbeit sind nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit im vergangenen Jahr auf einem hohen Niveau geblieben. Im Schnitt waren Beschäftigte 19,5 Kalendertage krankgeschrieben – annähernd so lange wie 2024 mit 19,7 Fehltagen, wie die Kasse nach eigenen Versichertendaten ermittelte. Wichtigster Grund für eine ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit waren demnach Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen. Gesundheitsministerin Nina Warken kündigte an, die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung zu überprüfen. DAK-Chef Andreas Storm sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Analysen zeigten, dass sich der Krankenstand auf einem hohen Niveau einpendele. „Deswegen ist es richtig und notwendig, eine fundierte Ursachenforschung voranzutreiben.“ Storm begrüßte die von Kanzler Friedrich Merz (CDU) erneut angestoßene Debatte und forderte einen Gipfel im Kanzleramt, der Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzte und Krankenkassen dazu an einen Tisch bringen sollte. „Teilkrankschreibung“ als neues Modell? Es gehe darum, neue Lösungswege zu entwickeln, sagte der Kassenchef. „Ein wichtiger Baustein kann die Einführung einer Teilkrankschreibung bei bestimmten Erkrankungen und Diagnosen sein.“ Gemeint ist damit, nur für einen Teil der täglichen Arbeitsstundenzahl krankgeschrieben zu werden. Gesundheitsministerin Warken will auch die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung unter die Lupe nehmen. Die Regierungsparteien hätten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, Missbrauch auszuschließen, sagte die CDU-Politikerin dem „Tagesspiegel“. „Genau das werden wir angehen und die aktuellen Regelungen auf den Prüfstand stellen. Wir brauchen praktikable Lösungen.“ Bundeskanzler Merz hatte zuvor einen aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand beklagt und die Möglichkeit infrage gestellt, bei bestimmten leichteren Erkrankungen auch telefonisch und ohne Praxisbesuch eine Krankschreibung zu bekommen. Der DAK-Auswertung zufolge blieb der Krankenstand im vergangenen Jahr mit 5,4 Prozent auf einem erhöhten Niveau stabil. Es waren also an jedem Tag des Jahres im Schnitt 54 von 1000 Beschäftigten krankgeschrieben. Für die Analyse wertete das Berliner Iges-Institut den Angaben zufolge Daten von rund 2,4 Millionen Beschäftigten aus, die bei der Kasse versichert sind. Psychische Erkrankungen nun häufiger als Rückenschmerzen Krankheitsursache Nummer eins waren im vergangenen Jahr demnach weiterhin Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Infekte mit 378,3 Fehltagen je 100 Versicherte nach 381,7 Fehltagen 2024. Auf Platz zwei lagen nun psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen, die von 341,8 Fehltagen je 100 Versicherte auf 365,5 Fehltage zunahmen. Es folgten Muskel-Skelett-Probleme, die mit 346,9 Fehltagen je 100 Versicherte fast stabil blieben. Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung lag im vergangenen Jahr bei 9,8 Tagen nach 9,7 Tagen 2024. Bei älteren Beschäftigten über 60 Jahre waren es im Schnitt etwa 20 Tage, wie die Kasse erläuterte. Es sei seit einigen Jahren zu beobachten, dass ältere Beschäftigte seltener, aber dafür länger fehlten. Bei den Berufen waren Krankheitsausfälle bei Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen am häufigsten – sie kamen den DAK-Daten zufolge im Schnitt auf 22,5 Fehltage. Am wenigsten Fehltage mit durchschnittlich 12,6 gab es 2025 demnach bei Beschäftigten in der Datenverarbeitung. (ms/BIERMANN mit dpa)
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