Kein erhöhtes Gesamtkrebsrisiko durch Radiojodtherapie bei Hyperthyreose

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Eine Radiojodtherapie zur Behandlung einer Hyperthyreose geht offenbar nicht mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen insgesamt einher. Bei Frauen zeigte sich allerdings ein signifikant erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Die Radiojodtherapie gehört seit den 1940er-Jahren zu den Standardverfahren zur Behandlung der Hyperthyreose. Ihre langfristige Sicherheit, insbesondere im Hinblick auf das Krebsrisiko, wird jedoch weiterhin kontrovers diskutiert. Ein Forschungsteam der University of Michigan (USA) untersuchte daher den Zusammenhang zwischen einer Radiojodtherapie und der Inzidenz beziehungsweise Mortalität von Krebserkrankungen insgesamt sowie einzelner Tumorarten.

Den Ergebnissen zufolge war eine Radiojodtherapie nicht mit einer erhöhten Gesamtinzidenz oder Gesamtmortalität von Krebserkrankungen assoziiert. Die Daten wiesen jedoch auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko sowie möglicherweise eine erhöhte Pankreaskarzinom-Mortalität hin. Die Studie wurde im „Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism“ veröffentlicht.

Erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen

In der retrospektiven Kohortenstudie werteten die Forschenden Daten aus einer anonymisierten elektronischen Gesundheitsdatenbank aus. Eingeschlossen waren Erwachsene mit einer zwischen 2006 und 2019 erstmals diagnostizierten Hyperthyreose ohne vorausgegangene Krebserkrankung, die mit Radiojod, Thyreostatika oder Thyreoidektomie behandelt worden waren. Die Nachbeobachtung erfolgte bis zur Krebsdiagnose, zum Tod oder bis Dezember 2022.

Die Kohorte umfasste 6435 Patientinnen und Patienten mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 8,2 Jahren. Während des Beobachtungszeitraums traten 487 Krebserkrankungen und 157 krebsbedingte Todesfälle auf. Eine Radiojodtherapie war weder mit einer erhöhten Krebsinzidenz insgesamt (adjustierte HR 1,02; 95 %-KI 0,76–1,47) noch mit
einer erhöhten Krebsmortalität (HR 0,81; 95 %-KI 0,45–1,44) assoziiert.

Bei Frauen zeigte sich jedoch ein signifikant erhöhtes Brustkrebsrisiko nach Radiojodtherapie (HR 2,24; 95 %-KI 1,21–4,17). Dieser Zusammenhang war bei postmenopausalen Frauen noch ausgeprägter (HR 2,65; 95 %-KI 1,24–5,66). Zudem fand sich bei Patienten mit einer Nachbeobachtungszeit von mehr als zwei Jahren ein Hinweis auf eine erhöhte Mortalität durch Pankreaskarzinome (HR 4,05). (hsp)