Kein Grund zur Sorge – Fahrradfahren verursacht keinen Prostatakrebs29. Juni 2022 Foto: © Victor Koldunov – stock.adobe.com Der Mythos, dass Fahrradfahren der Prostata schadet und den PSA-Wert steigen lässt, hält sich unter vielen Prostatakrebs-Patienten und sorgt für Unsicherheit – zu Unrecht! Der Irrglaube, dass Radfahren Prostatakrebs verursacht, wurde unter anderem durch Fälle von Profiradsportlern mitgetragen, die an Prostatakrebs erkrankten. Die Ursache der Erkrankung wird hier jedoch in den meisten Fällen in der Entwicklung einer chronischen Prostatitis vermutet. Dabei handelt es sich um eine Entzündung und/oder schmerzhafte Schwellung der Prostata. Die Erkrankung macht sich unter anderem durch Schmerzen in Becken, Damm, Leiste, beim Wasserlassen oder nach der Ejakulation bemerkbar. “Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, erhöht sich bei Betroffenen – das gilt jedoch nicht für Menschen ohne Prostatitis”, sagt Dr. Stefan Machtens, Chefarzt für Urologie und Kinderurologie, GFO Kliniken Rhein-Berg/Marienkrankenhaus. “Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass Amateurradfahrer eine Prostatitis entwickeln.” Und der Zusammenhang zwischen Radfahren und dem PSA-Wert? “Der PSA-Wert ist ein wichtiger Marker für Veränderungen der Prostata oder ein Tumorwachstum und kann beim Radeln kurzzeitig in die Höhe getrieben werden und die Testergebnisse verfälschen. Denn Fahrradfahren und der Sitz insbesondere auf einem ungeeigneten Sattel wirken wie eine Prostatamassage, bei der vermehrt das Eiweiß PSA gebildet wird; soll heißen: Fällt der PSA-Wert hoch aus, deutet das erstmal nicht unbedingt auf Veränderungen der Prostata hin, sondern kann am Radfahren liegen”, erläutert Machtens. Kleiner Tipp: Für einen aussagekräftigen PSA-Wert können Betroffene vor einer Blutentnahme vorübergehend auf längere Touren mit dem Drahtesel verzichten. Ansonsten empfiehlt der Urologe: “Wer Prostatakrebs hat oder im Alter ist, in dem das Krebsrisiko steigt, kann beruhigt auf das Fahrrad steigen. Denn Radfahren ist nicht schädlich. Ganz im Gegenteil! Es fördert die Gesundheit.” Fit und mobil – so gesund ist Fahrradfahren Prostatakrebspatienten wird empfohlen, sich regelmäßig zu bewegen und sportlich zu betätigen. Hierfür eignet sich auch das Radfahren. Der Ausdauersport kurbelt das Herz-Kreislaufsystem an, sorgt für eine gute Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Im Gegensatz zu anderen Ausdauersportarten gibt es hier jedoch einen entscheidenden Vorteil: Radeln schont die Gelenke. Das Körpergewicht wird, durch das Sitzen auf dem Sattel, vom Fahrrad getragen. Dadurch kommt es nicht – wie beispielsweise beim Joggen – zur Belastung der Gelenke. Auch als Transportmittel ist das Fahrrad bestens geeignet. Schnell mal zum Supermarkt oder auf einen Besuch zu den Enkelkindern – besonders kurze Strecken lassen sich oft schneller zurücklegen als beispielsweise mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Das beste daran: Auch der Umwelt wird damit Gutes getan.
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