Kein Nachteil durch RAS-Blockade bei rezidivierendem akuten Nievenversagen

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Bislang ist nicht ganz klar, wie Patienten, die ein stationär therapiertes AKI überlebt haben, medizinisch am besten behandelt werden sollen. Es gibt Hinweise darauf, dass Angiotensinkonversionsenzym(ACE)-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker (ARBs) in diesem Zusammenhang das Risiko eines rezidivierenden AKI erhöhen. US-amerikanische Wissenschaftler stellen nun in ihrer aktuellen Studie fest, dass dies nicht der Fall ist.

An der Kohortenstudie nahmen 10.242 Personen teil, die sich zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 31. Dezember 2013 wegen eines AKI in stationärer Behandlung befanden und das AKI überlebt haben. Keiner der Teilnehmer litt an einer Herzinsuffizienz oder wurde mit einem ACE-Hemmer oder ARB behandelt. Neuverschreibungen dieser Medikamente wurden anhand von Datenbanken ambulanter Apotheken identifiziert.

Als wichtigster Faktor dieser Studie wurde eine anschließende Episode eines stationären AKI untersucht, das nach der Entlassung wegen eines Krankenhausaufenthaltes anderer Ursache auftrat. Eine rezidivierende AKI-Episode wurde definiert durch akute Veränderungen der Serumkreatinin-Konzentration. Vor dem Krankenhausaufenthalt wiesen 47% der Studienteilnehmer eine eGFR <60 ml/min/1,73 m2 oder eine Proteinurie auf. Bei einem Median von 3 Jahren Nachbeobachtungszeit (IQR 1–5) begannen 1853 (18%) Patienten mit der Einnahme eines ACE-Hemmers oder ARBs. Bei 2124 (21%) Patienten kam es zu einem AKI-Rezidiv.

Die AKI-Rezidivrate betrug 6,1 (95%-KI 5,9–6,4) pro 100 Personenjahre, wenn keine ACE-Hemmer oder ARBs eingenommen wurden. Bei Einnahme dieser Medikamente betrug sie hingegen 5,7 (95%-KI 4,9–6,5) pro 100 Personenjahre. Die Einnahme von ACE-Hemmern oder ARBs stand letztendlich nicht mit einem vermehrten Auftreten eines rezidivierenden AKI in Zusammenhang (aOR 0,71; 95%-KI 0,45–1,12).

Fazit
In der Studie war bei AKI-Überlebenden ohne Herzinsuffizienz der neue Einsatz von ACE-Hemmern und ARBs nicht mit einem erhöhten Risiko für rezidivierende AKI assoziiert. (jh)

Autoren: Hsu CY et al.
Korrespondenz: Chi-yuan Hsu; [email protected]
Studie: Renin-Angiotensin System Blockade after Acute Kidney Injury (AKI) and Risk of Recurrent AKI
Quelle: Clin J Am Soc Nephrol 2020;15(1):26–34.
Web: https://doi.org/10.2215/CJN.05800519