Kein Unterschied in der diagnostischen Genauigkeit zwischen κ-FLC und OCB

INNSBRUCK (Biermann) – Die intrathekale Immunglobulin-G-Synthese ist ein Kennzeichen der Multiplen Sklerose (MS) und kann durch oligoklonale IgG-Banden (OCB) oder durch k-freie Leichtketten (κ-FLC) im Liquor nachgewiesen werden. Ein internationales Forscherteam hat nun untersucht, ob der κ-FLC-Index im Vergleich zu OCB einen ähnlichen diagnostischen Wert zur Identifizierung von Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom (CIS) oder MS hat.

Für die systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse suchten Harald Hegen von der medizinischen Universität Innsbruck, Österreich, und Kollegen in elektronischen Datenbanken nach Studien, die die diagnostische Sensitivität und Spezifität des κ-FLC-Index und von OCB zur Unterscheidung von CIS/MS-Patienten von Kontrollpersonen bewertet haben. Die Ergebnisse der Studien analysierten die Forschenden mit bivariaten gemischten Modellen.

Um den diagnostischen Wert des κ-FLC-Index zu bewerten, flossen insgesamt 32 Studien in die Meta-Analyse ein. Sensitivität und Spezifität reichten in diesen Studien für den κ-FLC-Index von 52–100 % (gewichteter Durchschnitt: 88 %) und 69–100 % (89 %) sowie von 37–100 % (85 %) und 74–100 % (92 %) für OCB. Die mittlere Differenz der Sensitivität und Spezifität zwischen κ-FLC-Index und OCB betrug 2 bzw. -4 Prozentpunkte. Die mittels gemischter Modelle ermittelte diagnostische Genauigkeit ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen dem κ-FLC-Index und dem OCB. Einen diskriminierender Grenzwert für den κ-FLC-Index legten die Forschenden bei 6,1 fest.

Die Autoren schlussfolgern aus den Ergebnissen, dass der κ-FLC-Index bei MS eine ähnliche diagnostische Genauigkeit aufweist wie oligoklonale Banden. (ej)

Autoren: Harald Hegen
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Studie: Cerebrospinal fluid kappa free light chains for the diagnosis of multiple sclerosis: A systematic review and meta-analysis
Quelle: Mult Scler 2023 Feb;29(2):169-181.
https://doi.org/10.1177/13524585221134213