Ketonkörper: Assoziation mit mehr Herzerkrankungen und Tod9. Oktober 2023 © Ratana21 – stock.adobe.com (Symbolbild) Experimentelle und humane Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ketonkörper – eine wichtige alternative metabolische Energiequelle zu Glukose und freien Fettsäuren – bei Patienten mit Herzinsuffizienz eine schützende Wirkung haben könnten. In der gesunden Allgemeinbevölkerung scheint ein erhöhter Gehalt endogener Ketonkörper jedoch eher mit dem Gegenteil assoziiert zu sein – nämlich mit einer gesteigerten Rate kardiovaskulärer Erkrankungen und Mortalität, wie eine Auswertung von 6796 Teilnehmern der bevölkerungsbasierten MESA-Studie (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis) andeutet. Inkludierte Studienteilnehmer waren ethnisch divers, im Durchschnitt 62 ±10 Jahre alt, zu 53% weiblich und hatten keine kardiovaskulären Erkrankungen in der Vorgeschichte. Die Menge zirkulierender Ketonkörper wurde bei ihnen mittels Kernspinresonanzspektroskopie gemessen. Ein Zusammenhang zwischen diesem Wert und kardiovaskulären Ereignissen stellten die Studienautoren anhand von multivariablen bereinigten Cox-Proportional-Hazard-Modellen her. Im Ergebnis war bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 13,6 Jahren und nach Bereinigung um herkömmliche kardiovaskuläre Risikofaktoren ein Anstieg der Gesamt-Ketonkörper im Blut mit einer höheren Rate schwerer kardiovaskulärer Erkrankungen assoziiert. Diese waren als eine Kombination aus Myokardinfarkt, überlebtem Herzstillstand, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod definiert. Außerdem waren erhöhte Werte der Ketonkörper mit einer gesteigerten Rate aller kardiovaskulären Erkrankungen (HR 1,54 pro 10-fachem Anstieg der Gesamt-Ketonkörper; 95%-KI 1,12–2,12) sowie aller kardiovaskulären Erkrankungen unter Hinzunahme einer diagnostizierten Angina pectoris (HR 1,37 pro 10-fachem Anstieg der Gesamt-Ketonkörper; 95%-KI 1,04–1,80) verbunden. Die Teilnehmer hatten auch eine um 87% (95%-KI 1,17–2,97) erhöhte Sterblichkeitsrate aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine um 81% (1,45–2,23) erhöhte Sterblichkeitsrate aufgrund aller Ursachen pro 10-fachem Anstieg der Gesamt-Ketonkörper. Darüber hinaus wurde mit zunehmender Menge der Ketonkörper eine höhere Herzinsuffizienz-Rate beobachtet (HR 1,68 pro 10-fachem Anstieg der Gesamt-Ketonkörper; 95%-KI 1,07–2,65). Ketonkörper könnten als potenzieller Biomarker für die Bewertung des kardiovaskulären Risikos dienen, folgern die Studienautoren. Fazit Die Studie ergab, dass ein erhöhter endogener Gehalt an Ketonkörpern in einer gesunden Bevölkerungsgruppe mit einer höheren Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit verbunden ist. Ketonkörper könnten als potenzieller Biomarker für die Bewertung kardiovaskulärer Risiken dienen. (ah) Autoren: Shemesh E et al. Korrespodenz: Michael D. Shapiro; [email protected] Studie: Circulating ketone bodies and cardiovascular outcomes: the MESA study Quelle: Eur Heart J 2023;44(18):1636–1646. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad087
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