KfH: Neue Sorbent-Technologie wird die Nierenersatztherapie verändern7. Mai 2024 Foto: © DOC-RABE-Media/stock.adobe.com Beim 14. Kölner Heimdialysekongress (26. bis 27. April 2024) des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH) standen neue Behandlungsmöglichkeiten und ökologische Aspekte der Dialyse zu Hause im Mittelpunkt. Heimdialyseverfahren wie die Peritonealdialyse und die Heimhämodialyse sind in Deutschland im internationalen Vergleich unterrepräsentiert: Nur knapp sieben Prozent der dialysepflichtigen Menschen behandeln sich selbst zu Hause, obwohl die Heimdialyse laut KfH die bestmögliche Lebensqualität bei gleichwertiger Qualität der Behandlung ermögliche und auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit Vorteile mit sich bringe. Man müsse sich darauf einstellen, zukünftig wesentlich individualisierter auf Patienten zuzugehen, sagt Prof. Dieter Bach, Vorstandsvorsitzender des KfH, im Gespräch mit Biermann Medizin. „Wir werden die konventionelle Dialyse, wie wir sie kennen, im Rhythmus dreimal pro Woche an festgelegten Tagen, zu festgelegten Zeiten, nach vorne hin mit der notwendigen technologischen Unterstützung im Backup verlassen müssen“, erklärte er. Das bedeute die Notwendigkeit der Entwicklung neuer Gerätetechnologien, die eine häufigere, unterschiedlich zeitbezogene und auch eine mobilere Dialyse ermöglichen, so Bach. Eine neue Behandlungsmöglichkeit in der Nierenersatztherapie wurde gleich im Eröffnungsvortrag des Kongresses präsentiert. Dr. Christian Blüchel, ansässig in Singapur, stellte die von ihm entwickelte Sorbent-Technologie vor, die kleinere wasser- und damit energiesparende Dialysemaschinen möglich macht. Bei der neuen Methode reinigt eine Kartusche die verbrauchte Dialysat-Lösung, sodass diese wiederverwendet werden kann, heißt es. „Es wird die Welt der Nierenersatztherapie verändern, wenn nicht mehr 350 bis 600 Liter Trinkwasser pro Dialysebehandlung verbraucht werden, sondern nur fünf Liter“, kommentierte Dr. Benno Kitsche, Geschäftsleiter Heimdialyse im KfH, die neue Technologie. Im Rahmen des Kongresses plädierte Bach auch für einen intensiveren Austausch zwischen der Nephrologie und der Diabetologie: „Eine Vielzahl unserer Patienten ist gleichzeitig diabetologisch erkrankt, vornehmlich an Typ-2-Diabetes. Ideal ist es, wenn in diesen Fällen ein intensiver Austausch stattfindet – nicht nur zu Diabetologen im Umfeld eines solchen versorgenden Nierenzentrums, sondern idealerweise in der Integration in einem Nierenzentrum, wo auch Diabetologen sind oder diabetologische Fachkompetenz besteht“, betonte Bach gegenüber unserer Redaktion. (ir)
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