KI entschlüsselt Merkmale von Typ-2-Diabetes in Pankreas-Gewebeschnitten27. Februar 2026 Erklärbare KI macht nachvollziehbar, wie Deep-Learning-Modelle Typ-2-Diabetes in Pankreas-Gewebeschnitten identifizieren. Bildquelle: Robert Wagner/DZD aus Klein et al., 2026 Welche Gewebestrukturen spielen im Pankreas bei Typ-2-Diabetes eine Rolle? Und wie verändern sie sich durch den Krankheitsverlauf? Darauf können Forschende nun mithilfe von erklärbarer Künstlicher Intelligenz (XAI) eine Antwort geben. Bislang ist es schwierig, anhand klassischer histopathologischer Untersuchungen zuverlässig Rückschlüsse auf den glykämischen Zustand einer Person zu ziehen. Viele feine morphologische Veränderungen, die mit einer gestörten Insulinsekretion und dem Funktionsverlust von Betazellen einhergehen, sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Forschende mehrerer Partnerinstitutionen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) haben gemeinsam mit internationalen Kolleg:innen einen neuen Ansatz zur Visualisierung subtiler Gewebeveränderungen in der Bauchspeicheldrüse bei Typ-2-Diabetes entwickelt. Die Ergebnisse liefern neue Einblicke in die Entstehung von Typ-2-Diabetes und wurden jüngst in ‘Nature Communications’ veröffentlicht. Deep-Learning-Modelle unterscheiden zwischen Gewebeproben von Menschen mit und ohne Typ-2-Diabetes Um diese diagnostische Lücke zu schließen, erstellte das Forschungsteam einen umfangreichen Datensatz aus Pankreas-Gewebsschnitten lebender Spender. Die Proben wurden mit chromogenen sowie multiplexen immunfluoreszenten Färbungen kontrastiert und anschließend mittels Giga-Pixel-Mikroskopie hochauflösend erfasst. Auf dieser Grundlage trainierten die Wissenschaftler:innen Deep-Learning-Modelle, die zuverlässig zwischen Gewebeproben von Menschen mit und ohne Typ-2-Diabetes unterscheiden konnten. Die Modelle konnten den Diabetesstatus präzise vorhersagen und erstmals nachvollziehbar machen, welche Gewebestrukturen dabei eine zentrale Rolle spielen – darunter Veränderungen an Langerhans-Inseln, Alphazellen, neuronalen Axonen sowie die Nähe von Fettzellclustern zu Inselstrukturen. Mithilfe von erklärbarer KI wurden die identifizierten Merkmale analysiert, quantifiziert und als potenzielle Biomarker beschrieben. Diese KI-gestützte Auswertung liefert neue Hinweise auf frühe und bislang schwer erkennbare Veränderungen bei Typ-2-Diabetes. Was ist erklärbare KI? Erklärbare KI – sogenannte Explainable AI (XAI) – ist ein Sammelbegriff für Methoden und Verfahren, die für Anwender:innen nachvollziehbar machen, warum ein KI-Modell zu einem bestimmten Ergebnis gekommen ist. Damit sollen Transparenz und Nachvollziehbarkeit vor allem bei komplexen Modellen gewährleistet werden. (mkl/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Wartezeit auf Facharzttermine über Terminservicestellen beträgt im Durchschnitt 8,6 Tage" Wartezeit auf Facharzttermine über Terminservicestellen beträgt im Durchschnitt 8,6 Tage Eine aktuelle Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt, dass Patienten auf Facharzttermine, die über die Terminservicestellen vermittelt werden, durchschnittlich 8,6 Tage warten. Das Zi mahnt daher, die […]
Mehr erfahren zu: "Universitätsklinika zum KHAG: „Einigung zeigt wenig Reformmut“" Universitätsklinika zum KHAG: „Einigung zeigt wenig Reformmut“ Bund und Länder haben sich auf einen Kompromiss zum Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) geeinigt. Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) kritisiert den Kompromiss – er konterkariere bisherige Reformziele.
Mehr erfahren zu: "Eine Hormonersatztherapie hat keinen Einfluss auf das Sterberisiko" Eine Hormonersatztherapie hat keinen Einfluss auf das Sterberisiko Eine dänische Studie mit über 800.000 Frauen, die kürzlich in der Fachzeitschrift „BMJ“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass eine Hormonersatztherapie nicht mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist.