KI ermöglicht schnellere und bessere MRT-Aufnahmen

Ärzteteam, MRT-Bild, Besprechung
Ein KI-gestütztes Tool sorgt für kürzere MRT-Untersuchungen und eine höhere Auflösung der Bilder, aber die Auswertung und Befunderstellung bleibt bei den Ärzten. (Bild: © Robert Kneschke/stock.adobe.com)

Knapp sechs Monate nach Inbetriebnahme eines speziellen KI-gestützten zertifizierten Tools zur Unterstützung der Magnetresonanztomographie (MRT) zieht die Neuroradiologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) eine positive Bilanz. Dank des Tools konnte die Zeit der Untersuchung deutlich reduzieren. Parallel dazu sorgt es für eine höhere Auflösung der gewonnenen Bilder. Dadurch lassen sich neurologische Erkrankungen am UKL in Zukunft schneller und besser diagnostizieren und damit auch schneller behandeln.

Untersuchungen mittels MRT gewähren tiefe Einblicke in das zentrale Nervensystem des Menschen: Gehirn, Hirnhäute und Rückenmark inklusive ihrer Gefäße sind detailliert darstellbar. Allerdings sind MRTs verglichen mit anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie etwas zeitaufwändiger. Mit dem neuen KI-Tool des Instituts für Neuroradiologie am UKL ändert sich das, denn die Hard- und Software verbessert nicht nur die räumliche Auflösung der gewonnenen Bilder, sondern kann auch die Untersuchung beschleunigen – laut Dr. med. Cordula Scherlach, der geschäftsführenden Oberärztin des Instituts, um bis zu 65 Prozent. Dadurch gewinne man bis zu 15 Minuten pro Untersuchung.

Von dem Ergebnis profitieren beide Seiten. „Zum einen ist es für unsere Patienten angenehmer, wenn sie keine halbe bis Dreiviertelstunde mehr still im MRT liegen müssen“, sagt die Neuroradiologin. „Zum anderen können wir durch die zeitliche Verkürzung insgesamt mehr Patienten mit sehr hohem Qualitätsstandard untersuchen.“ Der Bedarf dafür sei vorhanden, bestätigt Prof. Karl-Titus Hoffmann, der Direktor des Instituts. Ein MRT erhöhe die diagnostische Sicherheit, zudem gebe es immer mehr Therapien, die eine Kontrollbildgebung nach sich zögen. „Je differenzierter die Behandlungsmöglichkeiten, desto genauer muss man unterscheiden, welche Erkrankung vorliegt, um dann die optimale Therapieentscheidung zu treffen.“

Befunderstellung bleibt in den Händen der Ärzte

Diese Entscheidung wird auch weiterhin von Ärzten wie Hoffmann und Scherlach getroffen werden. „Diese KI befundet nicht,“ stellt der Institutsdirektor klar. „Sie ersetzt nicht unsere geistige Arbeit, sondern sie erzeugt hochwertige und verlässliche Untersuchungsergebnisse und unterstützt damit unsere Arbeit.“ Wie diese Arbeit in Zukunft aussehen wird, wird sich zeigen. Aktuell liegt beim Einsatz von KI in der Neuroradiologie des UKL der Fokus auf Untersuchungen des Gehirns. Weitere Bereiche werden folgen.

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