Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Magdeburg unter neuer Leitung8. November 2021 Prof. Denis Schewe (Foto: Sarah Kossmann/Universitätsmedizin Magdeburg) Zum 1. November hat das Team der Universitätskinderklinik Magdeburg mit Prof. Denis Schewe einen neuen Klinikdirektor bekommen. Der 45-Jährige wechselte vom Universitätsklinikum Schleswig–Holstein an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und besetzt die Professur für Kinder- und Jugendmedizin. Nachdem Prof. Gerhard Jorch 2019 seinen Ruhestand angetreten hat, wurde die kommissarische Leitung der Universitätskinderklinik zunächst von dem ehemaligen Leiter der Pädiatrischen Hämatologie/Onkologie, Prof. Peter Vorwerk, und zuletzt von Prof. Martin Zenker, Direktor am Institut für Humangenetik an der Universitätsmedizin Magdeburg, übernommen. Schewe entwickelt neue immuntherapeutische Strategien zur Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL), der häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter. Für seine Forschung auf diesem Gebiet wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Der gebürtige Münchner war zuletzt als Oberarzt in der Pädiatrischen Hämatologie/Onkologie in Kiel tätig. Neben der Betreuung von Patienten mit dem gesamten Spektrum onkologischer Erkrankungen sowie vor, während und nach Stammzelltransplantationen hat Schewe mehr als acht Jahre am Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München gearbeitet, dabei vor allem in den Bereichen der pädiatrischen Notfall- und Intensivmedizin sowie in der Neonatologie. Sein Spezialgebiet ist die Kinderonkologie, besonders die Blutkrebserkrankungen. „Die Forschung zu neuen Therapieverfahren hat in den letzten Jahrzehnten eine unglaubliche Entwicklung genommen. Trotzdem lässt der Durchbruch gerade bei der Behandlung von Rückfällen bislang noch auf sich warten“, erläutert Schewe. „Wir forschen deshalb intensiv an der Entwicklung von neuen Immuntherapien insbesondere zur Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL).“ Das Prinzip: Mithilfe künstlich hergestellter Antikörper soll das Immunsystem dabei unterstützt werden, die bösartigen Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Diese Art der Behandlung sei laut Schewe oft schonender, da sie gezielter die Krebszellen angreife. Für seine Forschungsarbeiten wurde er zuletzt mit dem Hensel-Preis 2019 ausgezeichnet. Aufgrund seiner Expertise auf diesem Gebiet ist er in nationalen und internationalen Konsortien tätig. Seit 2020 ist er Projektleiter des „KULT-SH“ Projektes, eines der größten öffentlich finanzierten Telemedizinprojekte in der Pädiatrie in Deutschland. Schewe erklärt, was das Besondere an diesem Projekt ist: „Medizinisch-organisatorisches Denken unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfordert auch ein Umdenken in der Gestaltung von Patienten- und Familien-orientierten Versorgungsstrukturen für Kinder, insbesondere bei chronischen Erkrankungen. In diesem Projekt setzen wir das besondere Potenzial von Telemedizin und Remote Monitoring in der Pädiatrie in die Tat um und wollen die Kinder und ihre Familien damit im Alltag entlasten. Zum anderen kann besser geplant werden und es findet eine bessere interdisziplinäre Vernetzung der verschiedenen Versorgungssektoren statt.“
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