Kinderärzte: „Wir impfen, soviel wir können!“18. November 2021 Impfen, RS-Virus, Vorsorgeuntersuchungen: Viele Kinderarztpraxen arbeiten am Limit. (Foto: ©Family Veldman – stock.adobe.com) In einem offenen Brief an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat der Sprecher des BVKJ-Landesverbandes Westfalen-Lippe die Unterstellung, Ärzte würden lieber golfen als impfen, als “zynisch und unangebracht” zurückgewiesen. “Vor allem wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte kämpfen dafür, dass die Schulen und Kitas geöffnet bleiben, der Kampf gegen den Lockdown beschäftigt uns rund um die Uhr. Wir impfen, soviel wir können. Dass die Impfquoten nicht ausreichen, um die Pandemie zu stoppen, liegt nicht am mangelnden Einsatz von uns Ärzten. Es liegt daran, dass viele Menschen immer noch Impfungen skeptisch gegenüberstehen und sich nicht impfen lassen. Es ist Aufgabe der Politik, sie zu überzeugen”, heißt es in dem Brief. Kinder- und Jugendärzte kämpften zur Zeit mit der Corona-Pandemie und dem RS-Virus, gleichzeitig versorgten sie chronisch kranke Patienten, führten Vorsorgen durch und behandelten Patienten mit anderen Erkrankungen. Arbeitszeiten von bis zu 60 Wochenstunden seien für die meisten Ärztinnen und Ärzte sowie deren Medizinische Fachangestellten keine Seltenheit, erklärte Dr. Michael Achenbach. An Freizeit sei in dieser Situation nicht zu denken. “Wir laden Sie ein: Kommen Sie an einem ganz normalen Tag in meine Kinder- und Jugendarztpraxis, erleben Sie, wie es ist, wenn sich schon frühmorgens das Wartezimmer füllt mit Patienten und deren Eltern, wie der Strom der Patienten nicht abreißt bis abends. Ich freue mich auf Ihren Besuch in der Hoffnung, dass Sie damit einen Eindruck davon bekommen, was wir und unsere Teams leisten. Ich glaube nicht, dass danach noch Zeit für eine Runde Golf bleibt”, heißt es in dem Brief abschließend. Auf der Medica hatte Laumann gefordert, Hausärzte sollten angesichts der Nachfrage nach Booster-Impfungen mehr impfen, und provozierend ergänzt: „Statt Golfplatz am Samstag Impfen am Samstag.“ Laumann hat inzwischen auf die breite Kritik an seinen Äußerungen reagiert und sich entschuldigt. (ej/BVKJ)
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