Kinderradiologen fordern Untersuchungen ohne schädliche Strahlung19. Juni 2018 Foto: © romaset – Fotolia.com MRT statt krebserregender Strahlen-CT: Kinderradiologen diskutieren beim 54. Fachkongress der Europäischen Gesellschaft für Kinderradiologie (European Society of Paediatric Radiology, ESPR) die Durchsetzung neuer, schonenderer Untersuchungsmethoden. CT-Untersuchungen erhöhen das Krebsrisiko insbesondere bei Kindern und Jugendlichen signifikant: Aus 1000 kindlichen CT-Scans resultiert eine Tumorentstehung. Gerade bei Patienten, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, lohnt sich daher jede Anstrengung, beim Blick ins Körperinnere auf Strahlung zu verzichten. Trotzdem wird die strahlenintensive Computertomographie noch immer an manchen Kliniken wegen ihrer schnell und mit vergleichsweise wenig Aufwand erzielten Ergebnisse öfter eingesetzt, als unbedingt nötig. Doch es gibt Alternativen: Selbst für Untersuchungen der Lunge, welche bisher als MRT-ungeeignet galt, kann die strahlungsfreie Magnetresonanztomographie neuerdings durchgeführt werden, sodass man bei Kindern und Jugendlichen mittlerweile auch ohne die strahlenintensive Computertomographie auskommt. „Eine Tatsache, die Eltern wissen und einfordern sollten“, sagte der Leipziger Kinderradiologe Prof. Franz Wolfgang Hirsch. Die Entwicklung des Lungen-MRT gehört zu jenen wertvollen, jüngsten Errungenschaften, welche maßgeblich von Kinderradiologen vorangetrieben wurde, für die der Schutz ihrer jungen Patienten vor schädlicher Strahlung zu den höchsten Anliegen zählt. In Berlin diskutieren vom 20. bis 22. Juni Ärzte und international führende Forscher beim 54. Fachkongress der Europäischen Gesellschaft für Kinderradiologie (European Society of Paediatric Radiology, ESPR) aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen auf dem Gebiet. Neben neuen Hybridverfahren der Bildgebung und modernsten Ultraschalltechniken gehört dazu auch MRT-Diagnostik bei ungeborenen Kindern: Bei während der Schwangerschaft entdeckten Auffälligkeiten – etwa am kindlichen Hirn oder anderen fetalen Fehlbildungen – kann eine von hochspezialisierten Kinderradiologen durchgeführte MRT-Untersuchung des Kindes im Mutterleib wesentlich genauere Prognosen ermöglichen als ein Ultraschall und damit wichtige, in einigen Fällen vielleicht entscheidende Anhaltspunkte für die weitere Beratung liefern. Kinderradiologen gibt es momentan in Deutschland noch zu wenige, bedauert ESPR-Tagungspräsident Hirsch. Lediglich 80 zertifizierte Experten an wenigen großen Zentren stehen für 12 Millionen Kinder bundesweit zur Verfügung. Das wundere ihn gelegentlich, sagte der renommierte Leipziger Spezialist – und nennt die reizvolle Verbindung von ganzheitlichen Ansätzen der Kindermedizin mit einer höchst spezialisierten Hightech-Diagnostik einmalig.
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