Kindliche Hörverluste werden spät festgestellt6. Juli 2023 Foto: Peakstock/stock.adobe.com Etwa 83.000 Kinder in Deutschland waren im Jahr 2019 von einer Hörstörung betroffen. Bei den meisten Kindern wird diese erstmals im Kindergarten oder beim Übergang in die Schule versorgt. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der PMV forschungsgruppe an der Uniklinik Köln sowie des Lehrstuhls für Audiopädagogik an der Universität zu Köln. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass neben den gut etablierten Hörscreenings bei Neugeborenen zusätzlich auch weitere systematische und flächendeckende Untersuchungsverfahren für ältere Kinder notwendig sind, um später erworbene Hörverluste frühzeitig zu entdecken. Außerdem sollten auffällige Kinder nach dem Neugeborenen-Hörscreening zuverlässig nachverfolgt werden. Nur so kann man späteren Sprachentwicklungsstörungen oder allgemeinen Entwicklungsstörungen frühzeitig entgegenwirken“, sagt Prof. Karolin Schäfer, Lehrstuhl für Audiopädagogik. Die Studie mit dem Titel „DiViDe – Diagnosehäufigkeit und Versorgung hörgeschädigter Kinder und Jugendlicher in Deutschland auf Basis einer Analyse von GKV-Routinedaten der BARMER“ analysierte die Abrechnungsdaten von insgesamt circa neun Millionen Versicherten der BARMER, um Rückschlüsse auf die Situation in ganz Deutschland zu ziehen. „Solche großen Datentöpfe ermöglichen es uns, sehr genau in die Gesundheitssituation und die Versorgung von Kindern und Jugendlichen hineinzuschauen. Wir gewinnen einen Einblick, der das ganze Land umfasst“, erklärt Heike van de Sand, verantwortliche Analystin bei der PMV forschungsgruppe an der Uniklinik Köln. Dazu wurden die Daten der BARMER statistisch an die Bevölkerung Deutschlands angepasst. Im Jahr 2019 erfüllten 0,61 Prozent aller Kindern und Jugendlichen die festgelegten Kriterien für eine anhaltende periphere Hörstörung. Das sind hochgerechnet etwa 83.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland. Dabei sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Die höchsten Anteile einer Erstdiagnose weisen die Altersgruppen von vier bis sechs Jahren auf. Nicht geklärt werden konnte die wichtige Frage nach der Ursache und dem Zeitpunkt des Erwerbs der Schwerhörigkeit in diesen Fällen, also ob es sich um einen angeborenen oder eine später erworbenen Hörverlust handelt. Später auftretender Hörverlust kann unter anderem durch äußere Einflüsse wie Infektionen verursacht werden. In den Diagnosen für die Abrechnung wird nach diesen verschiedenen Ursachen allerdings nicht unterschieden. In einer weiteren Studie soll der später auftretende Hörverlust durch Befragung von Betroffenen und Ärztinnen und Ärzten näher untersucht werden.
Mehr erfahren zu: "Wie Bakterien Energie sparen und was das mit Antibiotikaresistenzen zu tun hat" Wie Bakterien Energie sparen und was das mit Antibiotikaresistenzen zu tun hat Forschende haben einen zentralen Mechanismus bakterieller Transporter entschlüsselt, die Antibiotika aus der Zelle pumpen. Die Ergebnisse liefern neue Ansätze gegen Antibiotikaresistenzen.
Mehr erfahren zu: "Deutsches Register für chronische Rhinosinusitis gestartet" Deutsches Register für chronische Rhinosinusitis gestartet Nach mehr als zweijähriger intensiver Vorbereitung ist es soweit: Das Deutsche Register für Chronische Rhinosinusitis (CRS-Register) ist offiziell gestartet. Ab Frühjahr 2026 werden Daten zu Diagnostik, Therapie und Krankheitsverlauf strukturiert […]
Mehr erfahren zu: "Stromausfall: Grundbetrieb in Kliniken per Notstrom für einen Tag möglich" Stromausfall: Grundbetrieb in Kliniken per Notstrom für einen Tag möglich Eine Notstromversorgung hält OP-Säle und Intensivstationen in Kliniken am Laufen – doch was passiert, wenn der Blackout länger dauert? Sachsens Kliniken verraten, wo dann die Grenzen liegen.