Klinik Mallersdorf unter neuer ärztlicher Leitung

Die neuen Ärztlichen Direktoren der Klinik Mallersdorf: Steffen Sander (Stellvertreter, l.) und Tobias Lindenmeir (M.) mit Robert Betz, Vorstand der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf. Foto: Elisabeth Landinger

Dr. Tobias Lindenmeir, Chefarzt der Abteilung für Urologie an der Klinik Mallersdorf (Niederbayern), ist vom Stellvertretenden Ärztlichen Direktor zum Ärztlichen Direktor der Klinik aufgerückt. Anästhesie-Chefarzt Dr. Steffen Sander wurde zum neuen Stellvertreter gewählt.

Das Amt des Ärztlichen Direktors hatte zuvor Dr. Albert Blümel inne, der seit 2008 Chefarzt in Mallersdorf war. Da er aus privaten und gesundheitlichen Gründen zum 31. März um einen Auflösungsvertrag gebeten hatte, rückt vereinbarungsgemäß Chefarzt Lindenmeir als Blümels bisheriger Stellvertreter in die Position des Ärztlichen Direktors nach. Als neuer Stellvertreter wurde vom Chefarztgremium einstimmig Chefarzt Dr. Steffen Sander gewählt.

Lindenmeir ist Facharzt für Urologie mit den Zusatzbezeichnungen Spezielle Urologische Chirurgie und Medikamentöse Tumortherapie. Er kam im Juli 2012 an die Klinik Mallersdorf und trat hier als Chefarzt im Kollegialsystem mit Chefarzt Dr. Gunnar Krawczak die Leitung der Urologischen Hauptabteilung an. Auch die Urologische Gemeinschaftspraxis an der Klinik Mallersdorf wird von beiden Urologen geführt. Als bisheriger stellvertretender Ärztlicher Direktor bringt Lindenmeir bereits langjährige Erfahrung in das übernommene Direktorenamt ein, wie es in einer aktuellen Mitteilung der Klinik heißt.

Sander ist als Facharzt für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmediziner seit 2008 am Haus tätig und wurde im September 2022 zum Chefarzt befördert. Um die Klinik und ihre Patienten habe er sich verdient gemacht bei zahllosen Notarzteinsätzen, seit 2008 als Transplantationsbeauftragter, 2016 als OP-Koordinator, 2020 als Beauftragter für Antibiotic-Stewardship (ABS) und Leiter der ABS-Sitzungen sowie 2022 als Weiterbildungsbefugter.

Urologe als Sprachrohr, Bindeglied und Gestalter

Ein Urologe als Ärztlicher Direktor ist nicht ganz alltäglich. „Ich glaube, das hat sich einfach so ergeben, vielleicht, weil wir manchmal etwas intensiver diskutieren oder die Kollegen sehen, dass wir uns auch für allgemeine Belange der Klinik einsetzen und nicht persönliche Vorteile aus einer solchen Position ziehen wollen“, vermutet Lindenmeir. Die heutige Generation der Chefärzte sei gelassener und lege es nicht mehr so sehr auf Verteilungskämpfe zwischen den einzelnen Fachbereichen an. „Wir haben verstanden, dass keiner dem anderen irgendetwas streitig macht.“

Was Lindenmeir an der Tätigkeit als Ärztlicher Direktor reizt, „ist die Möglichkeit, neben der eigentlichen ärztlichen Arbeit beziehungsweise der Arbeit in der eigenen Abteilung in dieser Position auch an der weiteren Entwicklung des Krankenhauses teilhaben zu können“. Dabei sieht er sich „als ein ‚Sprachrohr‘ der Chefärzte, aber auch aller Mitarbeiter im Hause, die ein Anliegen haben, eine Art Verbindungsglied zwischen Vorstand, Verwaltung und den Mitarbeitern“. Zudem werde er den Vorstand in medizinischen Fragen beraten. Dabei will Lindenmeier seine langjährigen Erfahrungen an anderen Kliniken, darunter über 14 Jahre an zwei deutschen Universitätskliniken, mit einbringen, „nicht nur bei medizinischen, sondern auch bei organisatorischen Belangen“, wie er sagt.

Wichtig ist dem neuen Ärztlichen Direktor, „dass die Leute gerne in die Arbeit gehen und stolz sind, hier arbeiten zu dürfen“. Viele Mitarbeiter seien seit Jahrzehnten im Haus. „Das zeigt doch sehr schön, dass hier im Haus jeder Mitarbeiter Wertschätzung erfahren kann.“ Auch unter den in den letzten Jahren verschärften Arbeitsbedingungen im medizinischen Bereich müsse diese Wertschätzung erhalten bleiben, betont Lindenmeir.

Als „kleines Haus auf dem Land“ steht die Klinik Mallersdorf in Zeiten des Nachwuchsmangels in Konkurrenz zu den Häusern in größeren Städten. „Viele zieht es dann eher in die Städte, da dort vermeintlich bessere Möglichkeiten der Versorgung und Freizeitgestaltung besteht“, räumt Lindenmeir ein, sieht aber „an einem kleinen Haus, an dem doch eigentlich alles etwas familiärer abläuft“, auch eine Chance. „Das müssen wir den Leuten vermitteln und natürlich dann aber auch leben.“

(Klinik Mallersdorf / ms)