Klinikreform: BDH fürchtet Kahlschlag bei Frührehabilitation24. September 2024 Bildrechte: BDH Bundesverband Rehabilitation Kommt die Krankenhausreform wie geplant, sind 40 Prozent der Betten in der Frührehabilitation von Patienten nach Schlaganfall oder anderen schweren Erkrankungen des Nervensystems akut in Gefahr. Davor warnt der BDH Bundesverband Rehabilitation. Am 25. September beschäftigt sich der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages mit dem Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Karl Lauterbach zur Klinikreform, durch die der Sozial- und Trägerverband BDH einen „eklatanten Versorgungsrückschritt“ in der Frührehabilitation, aber auch in der Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten in regionalen Stroke Units sieht. Ursache hierfür ist dem Verband zufolge die Forderung des Gesetzgebers nach einer vollständigen intensivmedizinischen Abteilung, die es an den meisten dieser Kliniken bisher nicht gibt. „Müssten in der Folge tatsächlich besonders in kleineren Krankenhäusern Stroke Units schließen, wäre das katastrophal“, schätzt Prof. Ingrid Sünkeler, stellvertretende ärztliche Direktorin der BDH-Klinik Braunfels, ein. „Die moderne 6-Betten Stroke-Unit in der BDH-Klinik Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis könnte so in Kürze nicht mehr auskömmlich finanziert werden, dies würde die Versorgung von jährlich knapp 700 betroffenen Menschen mit akutem Schlaganfall gefährden“, erklärte Sünkeler weiter. Mit der Schließung solcher Spezialabteilungen wie in der BDH-Klinik Braunfels sprenge man in vielen Regionen zudem eine nahtlose Rehabilitationskette, die betroffene Menschen bis zurück zum Arbeitsplatz wieder in eine größtmögliche Teilhabe führen könne und durch die entstehenden Folgekosten „wissentlich steigende Ausgaben im Gesundheits- und Sozialsystem in Kauf“ nehme, kritisiert der BDH. Zwingende Mindestanforderung ist das Problem Unverständnis zeigt der BDH dafür, dass der Gesetzentwurf zur Klinikreform zukünftig für die Leistungsgruppe Frührehabilitation zwingend das Vorhandensein einer eigenen Intensivstation fordert, während bei anderen Leistungsgruppen wie der Allgemeinen Neurologie und der Geriatrie eine Kooperation ausreiche. „Das ist inhaltlich nicht zu begründen und setzt ohne Not die 30-jährige Erfolgsgeschichte der Neurorehabilitationskette in vielen kleineren Fachkliniken aufs Spiel. Ein gefährliches Spiel auch versorgungspolitisch, denn eine Reduzierung der Kapazitäten würde einen Rückstau auf den Intensivstationen von Einrichtungen der Schwerpunkt- und Maximalmedizin mit sich bringen“, ist sich Sünkeler sicher. „Die Zukunft der Neurorehabilitation, ihre finanzielle Absicherung, geht uns alle an“, mahnte Prof. Thomas Platz, BDH-Forschungsdirektor, erst kürzlich auf dem Wissenschaftlichen Symposium über Situation und Wege der Neurorehabilitation des BDH in Berlin: „Schlaganfall als die häufigste Ursache für Behinderung ist weltweit, und auch in Deutschland, auf dem Vormarsch. Einen Rückschritt in der qualitätsgesicherten neurologischen Reha-Versorgung können wir uns angesichts der demografischen Entwicklung überhaupt nicht leisten. Wir sollten uns hüten, diese Errungenschaft unseres Gesundheitssystems für schwer kranke Patientinnen und Patientinnen ernsthaft in Gefahr zu bringen.“
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