Klinische Bedeutung des früheren Mekoniumabgangs ist unklar7. Juli 2022 Foto: © SeppH – Pixabay Frühgeborene erhalten häufig Glycerinzäpfchen oder Einläufe, um den Mekoniumabgang und den Übergang zur enteralen Ernährung zu erleichtern. Eine Metaanalyse eines US-amerikanisch-kanadischen Forscherteams zeigt nun, dass die Behandlung den gewünschten Effekt zwar erzielt, die klinische Bedeutung dieses Ergebnisses aber unklar ist. Um die beste verfügbare Evidenz für die Verwendung von Glycerin-Zäpfchen und Einläufen bei Frühgeborenen herauszuarbeiten, hatten Paul R. Burchard von der University of Rochester, USA, in einschlägigen Datenbanken nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) über Frühgeborene gesucht, die mit Glyzerinzäpfchen oder Einläufen behandelt wurden. Eingeschlossen wurden RCTs mit Frühgeborenen <32 Schwangerschaftswochen und/oder einem Geburtsgewicht <1500 g, die mit Glyzerinzäpfchen oder Einläufen behandelt wurden. So stießen die Forscher auf 6 RCTs einzelner Zentren mit insgesamt 389 Frühgeborenen, die mit Glycerin-Zäpfchen (n=207) oder Einläufen (n=182) behandelt wurden. Die Sterblichkeitsraten reichten von 0–17%, die Metaanalyse ergab keine Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen (p=0,86). Die aktive Behandlung wurde zwar mit einer früheren Mekonium-Entleerung in Verbindung gebracht (Mittelwert 1,5 Tage; 95 % Konfidenzintervall, 3,0–0,01; p=0,05), nicht jedoch mit einem schnelleren Übergang zur enteralen Ernährung (Mittelwert 0,5 Tage; p=0,48). Die Qualität der herausgearbeiteten Evidenz beurteilten die Forscher aufgrund unzureichender statistischer Aussagekraft und anderer methodischer Probleme sehr gering bis mäßig. Die Anwendung von Glyzerin-Zäpfchen und -Einläufen bei Frühgeborenen sei zwar mit einer früheren Mekonium-Entleerung verbunden, die klinische Bedeutung dieses Ergebnisses sei jedoch ungewiss, fassen Burchard und Kollegen zusammen. Die Behandlung habe keine definitiven Auswirkungen auf die Mortalität, die nekrotisierende Enterokolitis oder die enterale Ernährung.
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