Knochenbiomarker für Gesamtüberleben bei hormonsensitivem Prostatakarzinom

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Bei Männern mit hormonsensitivem Prostatakarzinom (HSPC), die eine Androgendeprivationstherapie beginnen, bieten Knochenbiomarker eine starke und unabhängige Prognose für das Gesamtüberleben (OS). Dies fanden US-amerikanische Forscher bei einer Analyse der Ergebnisse der Phase-III-Studie SWOG S1216 zur Androgenentzugstherapie mit oder ohne Orteronel heraus.

Bisher sind Knochenbiomarker für die OS-Prognose beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom (CRPC), aber nicht bei HSPC etabliert. Deswegen evaluierten Primo N. Lara Jr. vom University of California Davis Comprehensive Cancer Center in Sacramento (CA, USA) diese prospektiv im Rahmen der SWOG-S1216-Studie zu dem CYP17-Inhibitor Orteronel.

Für die Analyse teilten die Wissenschaftler die Patienten nach dem Zufallsprinzip einem Trainings- (n=316) und einem Validierungs-Set  (n=633) zu. Sie testeten 4 Biomarker, die sie an Patientenseren bestimmten: C-Telopeptid und Pyridinolin für die Knochenresorption sowie C-terminales Kollagenpropeptid und alkalische Knochenphosphatase für den Knochenaufbau.

Von 1279 Männern hatten 949 zu Studienbeginn auswertbare Knochenbiomarker. Die Autoren ermittelten zunächst optimale Grenzwerte, um erhöhte Werte für jeden der 4 Biomarker zu definieren, die mit einem schlechteren OS assoziiert waren (alle p<0,05). Nach Berücksichtigung klinischer Risikofaktoren im Validierungssatz waren erhöhte Knochenbiomarker statistisch signifikant mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden (Risikoverhältnisse zwischen 1,37 und 1,92). Auf den Trainingssatz angewendete rekursive Partitionierungsalgorithmen identifizierten 3 Risikogruppen (niedrig, mittel und schlecht) mit unterschiedlichen OS-Ergebnissen (mittleres OS: 8,2, 5,1 bzw. 2,1 Jahre) basierend auf Kombinationen von Knochenbiomarkern. Diese Ergebnisse bestätigten sich im Validierungssatz.

„Knochenbiomarkerwerte allein oder in Kombination mit klinischen Kovariaten identifizieren spezielle Untergruppen von Männern mit unterschiedlichen OS-Ergebnissen“, resümieren die Forscher. „Diese Ergebnisse bestätigen den klinischen Wert der Knochenbiomarker-Beurteilung bei HSPC und erweitern den Nutzen von Knochenbiomarkern über den kastrationsresistenten Zustand hinaus.“

(ms)