Können Präbiotika eine Remission bei Colitis ulcerosa induzieren?

Obst und Haferflocken
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Präbiotika sind unverdauliche Kohlenhydrate, denen man gesundheitliche Vorteile zuschreibt. Eine US-amerikanische Metaanalyse bewertete die Rolle von Präbiotika zur Behandlung von Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED).

Die Forschenden durchsuchten PubMed, Embase, Cochrane und Web of Science nach geeigneten Artikeln, wie randomisierte kontrollierte Studien oder prospektive Beobachtungsstudien, in denen ein Präbiotikum mit einem Placebo oder einer niedrig dosierten Kontrollgruppe bei CED-Patienten verglichen wurde. Die Metaanalysen erfolgten für die Ergebnisse klinische Remission, klinischer Rückfall und unerwünschte Ereignisse (UE).

Insgesamt schlossen die Forscher 17 Studien ein. Zur Induktion einer klinischen Remission bei Colitis ulcerosa war Kestose, ein Fructooligosaccharid (FOS), wirksam (Relatives Risiko [RR] 2,75; 95%-KI 1,05–7,20; n=40), Oligofructose-angereichertes Inulin (OF-IN) und Lactulose hingegen nicht. Zur Erhaltung der Remission bei C. ulcerosa zeigte gekeimtes Gerstenfuttermittel eine Tendenz zur Verhinderung eines klinischen Rezidivs (RR 0,40; 95%-KI 0,15–1,03; n=59), OF-IN, Haferkleie und Plantago ovata nicht.

Bei Morbus Crohn unterschieden sich OF-IN und Lactulose hinsichtlich der Induktion einer Remission nicht von den Kontrollen. Auch FOS schnitt hinsichtlich der Erhaltung einer Remission genauso ab wie die Kontrollen. Blähungen und Völlegefühl traten bei OF-IN häufiger auf. Ansonsten waren die berichteten UE für andere Präbiotika ähnlich wie bei den Kontrollen.

Fazit

Damit haben Präbiotika, insbesondere FOS und gekeimte Gerstenprodukte, das Potenzial, als wirksame Nahrungsergänzungsmittel eine Remission bei C. ulcerosa zu induzieren und aufrechtzuerhalten. Der Grad der Evidenz in dieser Analyse war sehr gering. Daher sollten weitere Untersuchungen zur Rolle von Präbiotika als Zusatztherapie bei CED erfolgen.

(je/BIERMANN)